[Rezension] Menna van Praag: The House at the End of Hope Street

Details:
Autorin: Menna van Praag | Genre: Belletristik | Sprache: Englisch | Reihe: – | Gattung: Roman | Verlag: Allison & Busby Limited ( 2013 ) |  Seiten: 315

The House at the End of Hope Street von Minna van PraagAlba Ashby weiß weder ein noch aus. Bis gerade eben noch wollte sie am King’s College in Cambridge ihren Doktor in Geschichte beginnen, doch nun hat sich Prof. Skinner von ihr abgewandt. Alba ist verzweifelt, denn Rückhalt von ihrer reichen Familie kann sie nicht erwarten und Freunde besitzt sie keine. Alba war schon immer eine Außenseiterin und hat sich allein durchgeschlagen. Mehr dem Schicksal als dem Zufallen geschuldet, landet die junge Frau in der Hope Street, vor einem Haus, das sie magisch anzuziehen scheint. Seine Besitzerin Peggy, eine 82-jährige Dame, nimmt sie ohne Fragen bei sich auf. Ein Zimmer für Alba steht bereit und das Haus am Ende der Hope Street heißt sie auf seine ganz eigene magische Weise Willkommen.

Eine zweite Chance

Ihr Leben lang bewohnt Peggy das Haus am Ende der Hope Street, welches Frauen in Not bei sich aufnimmt. Es ist ein ganz besonderes Haus, das für normale Menschen unsichtbar ist; lediglich hilfebedürftige Frauen können es sehen und dürfen dort wohnen. Doch das Haus hat Regeln: Jede Frau darf nur für 99 Tage einziehen, danach muss sie das Haus verlassen und ihren eigenen Lebensweg gehen. Als Alba zum ersten Mal die Stufen des Hauses betritt, fallen ihr sofort die vielen Fotografien auf, die überall im Haus verteilt sind und Hunderte von Frauen zeigen, darunter auch berühmte Schriftstellerinnen der Vergangenheit.

Aber das Haus ist nicht nur ein Zufluchtsort, sondern ein Ort der Magie, der Träume und Hoffnungen, wo zweite Chancen lebendig werden. Das Haus atmet und bringt seinen Bewohnerinnen Geschenke, passt sich ihren Bedürfnissen an und schickt Nachrichten. Aber nicht nur die Lebenden verweilen im Haus, sondern auch Geister bewohnen die magischen Wände. Alba hat ein Gespür für sie und konnte schon ihr Leben lang die Anwesenheit von Geistern spüren. Auch deshalb war sie immer eine Außenseiterin und wurde schief angeschaut. Als Alba auf Stella trifft, eine junge Geisterfrau, ist sie deshalb nicht überrascht. Auch die Aufmerksamkeiten des Hauses, denn über Nacht verwandelt sich ihr kahles Zimmer in eine prächtige Bibliothek, verwirren sie nur für einen kurzen Moment.

Die Wärme des Hauses gelten aber nicht nur ihr, sondern noch zwei weiteren Bewohnerinnen: die beinahe 40-jährige Dreer ist erfolglose Schauspielerin und hat ein Geheimnis, das sie noch nie mit jemandem geteilt hat. Carmen dagegen hat sich von ihrem gewalttätigen Ex-Mann losgesagt, doch obwohl sie auf der Flucht vor ihrer Vergangenheit ist, hat diese sie fest in ihren Klauen.

Eine kleine Portion Magie bitte!

Eigentlich ist „The House at the End of Hope Street“ kein Weihnachtsbuch, für mich war es aber zur Weihnachtszeit genau der richtige Roman, denn er versprüht eine ganz bestimmte Wärme, ein Gefühl des Geborgenseins. Menna van Praags fiktives Haus ist ein Ort der Wünsche und Erfüllungen und so besitzt ihre Geschichte genau die richtige Prise an Magie, die man manchmal auch gerne im Alltag zur Verfügung hätte. Das Haus rettet Frauen, die in Not sind, die in ihrem Leben an einen Scheidepunkt gelangt sind und entweder scheitern werden oder einen Neuanfang finden. Nicht immer kann die Magie des Hauses seine Bewohnerinnen auch tatsächlich retten, doch überall verstreut finden sich im Haus Zeugnisse einer langen Tradition von einfachen Frauen bis hin zu Berühmtheiten, deren Weg das Haus gekreuzt hat.

Vier Frauen. Vier Geschichten. Mit unterschiedlichen Stimmen und aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt die Autorin die Geschichten und Geheimnisse dieser vier Frauen, die aus unterschiedlichen Gründen im Haus an der Hope Street gelandet sind. Jede steht an einem anderen Lebensabschnitt und jede hat eine andere Vergangenheit, die eine besitzt einen tragischen Hintergrund, die andere hat ein Unglück erfahren und ihre Lebenspläne mit einem Schlag verloren. „The House at the End of Hope Street“ erzählt von zweiten Chancen und von dem Funken, Hilfe, Antrieb, Mut, den es benötigt um jene nicht nur zu ergreifen, sondern zu erkennen, dass man eine zweite Chance auch verdient hat. Minna van Praags Roman hat etwas Magisches und damit meine ich nicht die Magie des Hauses, sondern die magische Atmosphäre, mit welcher sie die Seiten ihres Buches gefüllt hat.

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