Rezension | Metro 2035 von Dmitry Glukhovsky

Metro 2035 von Dmitry Glukhovsky

Viel hat sich in in der Moskauer Metro ereignet in den letzten zwei Jahren. Artjom ist inzwischen 26 Jahre alt und sein einstiger Ruhm als er die Schwarzen vernichtet hat, ist vergangen. Inzwischen hat sich Artjoms Ruf gewandelt zum Spinner, der glaubt, Funkkontakt zu Überlebenden in der Welt dort draußen aufgenommen zu haben. Doch seit jenem Tag als die Schwarzen vernichtet wurden, herrscht Funkstille. Doch Artjom ist rastlos, er ist fest davon überzeugt, dass das, was er damals gehört hat, nicht eingebildet war.

Metro 2035: Das Leben in der Metro

Das Leben in der Metro wird immer härter. Die Pilzfarmen werden immer häufiger von weißem Schimmel befallen und überlebenswichtige Nahrungsmittel werden immer knapper. In der WDNCh leben 200 Menschen, die gesamte Metro umfasst um die 4000 Menschen und Artjom fragt sich immer häufiger: Kann das alles gewesen sein, was ihn im Leben erwartet? Wie Ratten unter der Erde zu leben, eingesperrt und abgestandene Luft einzuatmen oder immer weniger ans Tageslicht gewöhnt zu sein. Die Menschen in der Metro haben die Hoffnung aufgegeben jemals wieder an der Oberfläche zu leben. Ihr Schicksal scheint besiegelt und sie verteidigen es bis auf den letzten Blutstropfen.

Doch dann trifft Artjom auf den alten Homer, der schon viel in der Metro herumgekommen ist und an einer Chronik der Ereignisse in der Metro schreibt. Wir als LeserInnen kennen ihn bereits aus dem zweiten Band „Metro 2034. Homer berichtet von jemandem, der Nachrichten erhalten hat aus einer Kleinstadt an der Oberfläche, aus Poljarnyje Sori. Dies weckt Artjoms Neugierde und er macht sich gemeinsam mit Homer auf eine abenteuerliche Reise durch die Metro, die noch gefährlicher und unberechenbarer geworden ist. Nicht aufgrund der Schwarzen oder anderer Monster, sondern wegen der Menschen, die mit allen Mitteln versuchen die Kontrolle aufrecht zu erhalten.

Dabei entdeckt Artjom, dass die Legenden der Vergangenheit keinesfalls an den Haaren herbeigezogene Geschichten sind. Er taucht in die Tiefen der Metro hinein, die ein weit umfassenderes System aus Macht und Kontrolle ist, als er je für möglich gehalten hätte. Und er entschlüsselt die Wahrheit – doch welchen Preis hat die Wahrheit?

Metro 2035  – ein würdiger Abschluss

In „Metro 2035“ finden die Fänden zusammen, die sich in den letzten beiden Bänden aufgetan haben. Was hat es z. B. mit der Smaragdenen Stadt auf sich, der ehemaligen Universität, die eine Art Parallelgesellschaft begründet haben sollen, und das Treiben in der Metro beobachten? Oder woher stammen die Funksignale, die immer wieder für Gerüchte in der Metro sorgen?
Die Verzweiflung der Metro-Bewohner wird immer größer, doch der Hoffnungsschimmer, dass es an der Oberfläche einen strahlungsfreien Ort, ein Paradies geben könnte, an dem sie alle ein neues Leben beginnen können, können sie nicht akzeptieren.

Die Verzweiflung der Menschen wird immer größer. Doch der Wunsch nach einer hoffnungsvolleren Zukunft als dem Dahinvegetieren in der Metro ist für die Bewohner unvorstellbar. Sie folgen der Devise: Lieber im bekannten Elend leben als sich einer Illusion hingeben, die doch keine Wahrheit wird. Und dazwischen steht Artjom, dem niemand glaubt und der sich selbst aber treu bleibt. Doch Wissen ist nicht nur Macht, Wissen kann einen Menschen auch töten. Und so ist das Abenteuer in „Metro 2035„, in das sich Artjom begibt, noch viel gefährlicher als alles, was er zuvor in der Metro erlebt hat, denn er legt sich mit Mächten an, die er bis dahin nicht erahnt hat.

Wenn ich ein Fazit ziehe über alle drei Bände hinweg, so bleibt der 2. Band (Metro 2034) immer noch mein absoluter Lieblingsband. Im vorliegenden Abschlussband löst sich zwar das Rätsel um die Metro, aber Artjom ist nicht unbedingt meine Lieblingsfigur aus der Metro (das bleibt für immer Hunter!). Er ist stur und will mit dem Kopf durch die Wand, was ihn ein ums andere Mal in schlimme Situationen führt. Er handelt lieber bevor er nachdenkt. Er ist kein echter Taktiker, eher ein Träumer und Illusionist, der das Gute im Menschen noch sucht auch dort, wo es verkümmert ist. Trotzdem war „Metro 2035“ ein Leseerlebnis und zwar ein befriedigendes mit Antworten auf Fragen, die Dmitry Glukhovsky in seinem Metro-Universum aufgeworfen hat.

Bibliographische Angaben zum Buch:

Autor: Dmitry Glukhovsky | Originaltitel: METPO 2035  | übersetzt von: David Drevs | Genre: Science Fiction | Reihe: Metro-Universum | Band innerhalb der Reihe: 3 | Gattung: Roman | Verlag: Heyne ( 2018 ) | Seiten: 776

Weitere Rezensionen zu „Metro 2035“:

Jaris Büchergebrabbel | Lies Diers | sarahsuperwoman

7 Kommentare

  1. Sehr klasse. Die Romane stehen auch noch auf meiner Liste, ich kenne nur das Videospiel, aber nun wird es wohl doch so langsam Zeit, mir die Bücher mal vorzunehmen. Danke für die schöne Rezension.

    1. Ich hab das Spiel auf der Playstation gespielt und es ist toll, aber die Bücher haben eine ganz eigene Atmosphäre (oder das Spiel?!), deshalb kann ich die Romane tatsächlich ganz unabhängig vom Spiel empfehlen.

      Viele Grüße, Ramona

  2. Find es sehr interessant, dass du den zweiten Teil am besten fandest 😀 (liegt wohl an Hunter :P)
    Viele und auch ich, fanden den am schwächsten, was damals aber nicht mein Lesevergnügen getrübt hat.
    2035 fand ich in der Hinsicht ebenfalls gut gelungen, dass viele Fragen beantwortet wurden und man nicht weiter im Trüben fischen muss. So was mag ich bei Büchern nicht.

    Und ich freu mich auf den Autor auf der FBM18 :3

    1. Liebe Christin,

      ja das lag an Hunter. ^^
      Band 1 ist bei mir einfach schon unglaublich lange her (gefühlte 1000 Jahre). Insgesamt finde ich die Metro-Reihe ist eine sehr starke Reihe mit qualitativ geringen Unterschieden. Ich hätte gern häufiger solche Reihen!

      Viele Grüße
      Ramona

      1. Sobal die Thematik „Endzeit“ aufkommt, empfehle ich auch immer die Metro-Reihe, da ich sie einfach als Komplettwerk wunderbar finde!
        Und ich bin voll bei dir: Davon dürfte es gerne mehr auf dem Buchmarkt geben 😀

  3. Hey Ramona,

    schön, dass dir die Reihe insgesamt gefallen hat. Ich habe es jetzt nur überflogen, da ich die Reihe evtl noch lesen möchte und es sich hierbei ja um die Rezension zu Teil 3 handelt.
    Ich habe den 1. Teil jetzt auch mal auf meine Wunschliste gepackt.

    Liebe Grüße, Moni

    1. Liebe Moni,

      das ist vollkommen in Ordnung, denn Band 1 sollst du natürlich völlig unbedarft lesen können!
      Es lohnt sich wirklich sehr – eine Reihe, die viel zu bieten hat.

      Viele Grüße
      Ramona

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