[Rezension] Meyer, Kai: Arkadien brennt

Details:

Originaltitel: Arkadien brennt
Autor: Kai Meyer
Genre: Fiction, Kinder- und Jugendbuch
Reihe: Arkadien
Band innerhalb der Reihe: 2
Gattung: Roman
Verlag: Carlsen ( 2010 )
Seiten: 399

Inhalt:

Rosa Alcantara hat die Wahrheit über ihre Herkunft erfahren. Sie ist Teil eines uralten Mythos, der Arkadischen Dynastien. Doch dieses Geheimnis hat ihrer Schwester und ihrer Tante den Tod gebracht, sodass sie nun das Oberhaupt des Alcantara-Clans ist. Aber nicht jeder ihrer entfernten Verwandten ist damit einverstanden, zumal sie sich mit Alessandro Carnevare eingelassen hat. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich ihre eigenen Clans gegen sie auflehnen werden, denn bereits im Geheimen versucht jeder gegen die beiden Verliebten vorzugehen, um möglichst viel vom Kuchen abzubekommen.

Meinung:

Erst wenige Monate ist es her, seit Rosa Alcantara nach Sizilien gekommen ist. Sie war auf der Flucht vor den Ereignissen in New York. Doch auf Sizilien hat sie alles verloren. Ihre Tante ist tot. Ihre Schwester Zoey ebenfalls. Nun ist die 18-jährige Rosa Clanoberhaupt der Alcantaras und das passt so manchen Verwandten und Geschäftsmännern nicht. Zumal sie sich mit Alessandro, dem Capo der Carnevares – den Erzfeinden der Alcantaras – trifft und ihm alles anvertraut, was sie belastet. Deshalb findet sich Rosa wieder in der us-amerikanischen Metropole ein.

Aber das heimatliche Gefühl, das sie einst dort hatte, ist verschwunden. Sie wohnt in einem noblen Hotel und das New York, das sie kannte – mit den dreckigen Gassen und den Graffitis an den Häuserwänden – findet sie hier nicht. Ihre Heimat ist inzwischen Sizilien geworden. Dennoch kann sie nur in der Weltmetropole Antworten finden. Rosa hat Angst sich ihrer Mutter zu stellen und doch will sie erfahren, ob ihr Vater etwas mit der geheimen Organisation TABULA zu tun hatte, die es auf die Arkadischen Dynastien abgesehen hat.

In New York City werden der 18-jährige Dinge eröffnet, die sie nicht erwartet hat. Sie wird in ihren Grundfesten erschüttert und in eine tödliche Jagd verwickelt. Einziger Halt bietet ihr Alessandro. Aber genau diese Beziehung kann ihr auch den Tod bringen. Und mehr als einmal wird sie in ihrem Vertrauen zu ihm – dem Carnevares-Oberhaupt – beeinträchtigt.

Kai Meyers zweiter Band seiner Arkadien-Reihe ist ebenso – wenn nicht sogar noch besser – wie sein Vorgänger. Wieder steht Rosa im Mittelpunkt. Sie gehört zu meinen liebsten literarischen Figuren, denn ihr Charakter ist unglaublich vielschichtig. Sie versteht sich manchmal selbst nicht wirklich und hat sich seit den ersten Seiten von Arkadien erwacht immer weiterentwickelt. Sie ist – im Gegensatz zu Alessandro, der sein ganzes Leben darauf hingearbeitet hat Capo seines Clans zu werden – überfordert mit ihrer Situation, in die sie hineingedrängt wurde. Ihr innerer Konflikt spiegelt sich aber auch in ihrem Leben wider. Eigentlich dürfte sie überhaupt keinen Kontakt zu Alessandro haben, denn die beiden Mafiafamilien sind seit Jahrhunderten verfeindet und doch ist der junge Carnevares-Boss die Person, der sie am meisten vertraut.

Rosa kann sich ein Leben ohne ihn kaum mehr vorstellen und das macht ihr Angst, denn vor wenigen Monaten noch war sie vollkommen zurückgezogen und konnte menschliche Nähe nicht ertragen. Die Beziehung zwischen beiden und ihre gemeinsamen Gespräche sorgen für ein wunderbares Lesegefühl und Schmetterlinge im Bauch. Es ist eine Mischung aus Freude und Angst, denn ihr Zusammensein bedeutet zugleich auch große Gefahr.

Aber auch ihre Vergangenheit und die ihrer Familie beschäftigen Rosa sehr, denn sie stößt auf Informationen, die sie kaum glauben kann. Die vergangenen Ereignisse werden immer verworrener. Hinzukommt, dass ihr Vater in mehr dunkeln Begebenheiten seine Finger im Spiel gehabt haben muss, als sie sich vorstellen konnte und der Hungrige Mann hat es auf Alessandro abgesehen. Er will seinen Tod. Dieser begleitet sie auf Schritt und Tritt und die Gefahr ihm zu erliegen ist groß.

Die Handlungsstränge in Arkadien brennt sind diesmal noch viel komplexer gestrickt als im ersten Band und erzeugen nicht nur beim Leser Verwirrung, aber schnell erkennt man, dass alles miteinander zu tun hat und man kann das Buch kaum aus der Hand legen. Unbedingt will man als Leser wissen, wie es weitergeht, welche Geheimnisse noch in der Vergangenheit vergraben liegen. Was es mit den arkadischen Statuen auf dem Meeresgrund zu tun hat, was TABULA wirklich von den Arkadiern will und wem Rosa wirklich vertrauen kann, sind nur einige Fragen, die sich bei der Lektüre dieses wunderbaren Buches ergeben.

Fazit:

Kai Meyers zweiter Arkadien-Band ist einfach großartig. Ich kann es nicht besser beschreiben. Rosa ist eine meiner liebsten literarischen Figuren. In Arkadien brennt zeigt sie weitere Facetten ihres Charakters, die sie selbst zum Teil nicht versteht. Sie hat sich – und das merkt man als Leser – weiterentwickelt. Aber auch die Handlung steht nicht hinten an, sondern die Verstrickungen von Alessandro und Rosas Vergangenheit mit den Arkadischen Dynastien geht immer tiefer und lässt die Spannung immer weiter ansteigen. Keine einzige Seite, auf der ein Tief oder Langeweile auch nur den Hauch einer Chance hätten!

Daher gibt es von mir 5 von 5 möglichen Sternen.

3 Kommentare

  1. Hallo!
    Na gut, du hast mich überredet, ich werde mir dieses Buch schnellstmöglich beschaffen :-p
    Warum muss es nur so viele gute Fantasyreihen geben?? Hat man einmal damit angefangen kommt man nie wieder davon los…
     
    Liebe Grüße
    Manu

  2. Huhu 🙂
    das ist eine meiner Lieblingsreihen und auch eine meiner meistgelesenen. Irgendwie sind das so Bücher, die man immer wieder lesen kann. Ich find die Idee der Geschichte, sowie ihre Umsetzung richtig klasse 🙂 Und es freut mich, dass sie dir auch so gut gefallen haben.
    Liebe Grüße
    Katja

    1. Liebe Katja,

      oh ja, so ging es mir auch – und wenn ich darüber nachdenke ist es auch schon viel zu lange her, dass ich zuletzt etwas von Kai Meyer gelesen habe. Ich werde das mal nachholen, auf meinem SuB liegt noch einiges von ihm!

      Viele Grüße, Ramona

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