[Rezension] Mosse, Kate: Die achte Karte

Details:

Originaltitel: Sepulchre
Genre: Belletristik
Reihe: –
Gattung: Roman
Verlag: Droemer ( 2008 )
Seiten: 740

Klappentext: Auf der Suche nach ihrer Herkunft streift die junge Meredith durch Paris und findet ein sehr altes, unvollständiges Deck Tarotkarten – darunter die Liebenden, der Teufel, die Kraft und die Gerechtigkeit. Und eine Figur darauf sieht ihr auf geheimnisvolle Weise ähnlich…

Inhalt:

Meredith Martin ist Musikwissenschaftlerin und reist nach Frankreich, um Nachforschungen für ihre Biographie zu Claude Debussy nachzugehen. Gleichzeitig möchte sie aber auch etwas von ihrer Herkunft erfahren. Sie wuchs bei Adoptiveltern auf und ihre leibliche Mutter war geistig verwirrt, sodass sie kaum etwas von ihrer Abstammung weiß. In Paris erhält sie ein ominöses Tarotdeck und gerät auf die Spuren ihrer Familie, die sie an den Rand des Möglichen bringen.

Meinung:

Es ist das Jahr 2007. Die amerikanische Musikwissenschaftlerin Meredith Martin reist nach Frankreich, um Nachforschungen für ihre Biographie über den Komponisten Claude Debussy zu betreiben. Ihre Reise hat aber noch einen anderen Beweggrund: Meredith, die bei Adoptiveltern aufgewachsen ist, möchte etwas über ihre Vorfahren und ihre Herkunft erfahren. Einzige Anhaltspunkte sind ein Notenblatt mit der Jahreszahl 1891, die ihr immer wieder auf ihren Recherchen begegnet und das Foto eines Mannes aus dem Jahr 1914 in Rennes-les-Baines – vielleicht ihr Urgroßvater.

In Paris trifft sie auf eine Kartenlegerin, die ihr aus den Karten liest und dabei Meredith’ Interesse weckt. Die Kartenlegerin schenkt ihr ein Tarotdeck, das etwas Besonderes an sich gat: Die abgebildete Frau auf der achten Karte – der Karte der Gerechtigkeit – sieht Meredith sehr ähnlich.

Kate Mosse’ Roman spielt aber auch noch zu einer anderen Zeit, nämlich 1891. Protagonistin hier ist die 17-jährige Léonie Vernier. Sie lebt gemeinsam mit ihrer Mutter und ihrem Bruder Anatole in Paris. Dieser hat allerdings ein großes Geheimnis, das er vor Leonie zu verbergen versucht. Sein Widersacher ist der grausame Victor Constant, der hinter Anatole und seiner Geliebten aus Rache her ist.

Auf dem Landgut Domaine de la Cade ihrer Tante entdeckt Leonie ein altes Buch mit Schauergeschichten über die Region und zu einem Tarotdeck der besonderen Art. Bei ihren Nachforschungen trifft sie auf eine alte Grabkapelle, auf böse Geister und letzten Endes auf das Böse selbst. Das Tarotdeck scheint die Verbindung zwischen den beiden Frauen zu sein, die zwischen Liebe, dem Bösen und dem Schicksal gefangen sind.

Kate Mosse schreibt über zwei verschiedene Welten und eröffnet damit unterschiedliche Spannungsbögen. Zum einen Meredith’ Suche nach ihrer Herkunft, das bedeutungsvolle Tarotdeck, das geheimnisvollen Notenblatt und ihre unheimlichen Visionen, die auf die Krankheit ihrer Mutter hindeuten. Diese war geistig labil und Meredith hat Angst, die gleiche Krankheit geerbt zu haben. Zum anderen Leonies Entdeckungen: die furchteinflößende Grabkapelle mit Geistern, die geheime Liebesbeziehung ihres Bruders und der rachsüchtige Victor Constant.

Die Autorin reißt viele unterschiedliche Themen an und verstrickt sich dabei. Einige angeschnittene Bereiche, wie der Da Vinci Code, den die Autorin einflechtet, wirken gezwungen und konstruiert oder führen im Verlauf des Buches ins Leere. Auch lange Beschreibungs- und Nachforschungsszenen hätten den Spannungsbogen in einer kürzeren Variante besser gehalten. Dennoch fängt Mosse die Atmosphäre des 19. Jahrhunderts bravourös ein. Auch die unheimliche Stimmung, mit der Meredith durch ihre Visionen immer wieder konfrontiert wird, leitet sie durch ihren Schreibstil an den Leser weiter.

Die eingewobenen französischen Textpassagen führen bei Lesern, die Französisch nicht können, zu Verständnisproblemen, da meistens keine genaue Erklärung der Bedeutung im Text folgt. Dennoch schafft die Autorin, vor allem gegen Ende des Buches, die Spannung zu erhöhen. Der Schluss des Buches könnte aber für den einen oder anderen Leser etwas unbefriedigend sein, da er ziemlich abrupt kommt und im Spiel mit dem Übernatürlichen ein paarLeerstellen offen lässt.

Fazit:

Kate Mosse’ zweites Buch „Die achte Karte“ ist eine Mischung aus Historien- und Abenteuerroman. In regelmäßigen Wechseln verknüpft sie die beiden Protagonistinnen aus unterschiedlichen Epochen miteinander und erschafft ein Netzwerk aus Liebe, Rachsucht und dem Unheimlichen. Streckenweise muss der Leser sich zwar durch Passagen beißen, wird aber mit einem Pariser Flair des 19. Jahrhunderts belohnt, das die Autorin gekonnt einfängt. Der Roman verbindet Mystik, Liebe und Spannung miteinander, die den Leser bis zum Ende gefangen halten.

Daher 3 ½ von 5 möglichen Sternen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.