[Rezension] Rowland, Diana: My Life as a White Trash Zombie

Details:
Autorin: Diana Rowland | Originaltitel: My Life as a White Trash Zombie | Sprache: Englisch | Genre: Fiction | Reihe: – | Gattung: Roman | Verlag: DAW Books ( 2011 ) | Seiten: 310

Angel Crawford wacht in der Notaufnahme auf. Sie weiß nicht was mit ihr passiert ist, kann sich nur noch an viel Blut und Knochen erinnern. Doch wie es scheint ist sie vollkommen unverletzt. In ihrem Blut wurden Drogen gefunden, ansonsten geht es ihr aber gut. Angel kann sich an kaum etwas erinnern, besonders nicht daran, dass sie nackt und bewusstlos am Straßenrand aufgefunden worden ist. Für sie wird ein Päckchen abgegeben, mit Kleidung, geheimnisvollen Fitnessdrinks und dem Hinweis, dass sie am nächsten Tag um 9 Uhr einen neuen Job antreten soll. Diesen muss sie einen Monat behalten, ansonsten wird ihr anonymer Gönner dafür sorgen, dass sie als Junkie im Gefängnis landet und stirbt. Nur eine leere Drohung?

Das Wissen und Nicht-Wissen der Zombie-Existenz

Angel steht völlig neben sich. Wer sollte einer Drogenabhängigen einen Job vermitteln, ihr Kleidung schenken und seltsame Drinks schicken, die sie einmal täglich zu sich nehmen soll? Doch Angel hat genug von ihrem Leben. Als Junkie, die bei einem alkoholabhängigen und gewaltbereiten Vater lebt, deren Mutter sich das Leben genommen hat, stehen ihr nur wenig andere Optionen offen. Sie hat die Schule abgebrochen und behält keinen Job länger als ein paar Tage. Angel hat es satt und nutzt ihre Chance. Sie wird Fahrerin für das örtliche Leichenschauhaus.

Ihr neuer Job erfordert so einiges von Angel und sie ist überrascht, dass sie diesen Forderungen standhalten kann. Bei der Autopsie einer Leiche dabei sein? Das Gehirn des Toten in einen Plastikbeutel packen? Kein Problem. Angels Magen, der früher schon klein bei gegeben hat, als im Unterricht ein Frosch seziert werden sollte, bleibt stark. Angel ist überrascht, lässt sich aber nichts anmerken, denn sie will den Job zumindest für einen Monat behalten, falls der Unbekannte seine Drohung wahr macht: ins Gefängnis will Angel auf keinen Fall.

Die ersten Tage im neuen Job laufen gut, wäre da nicht eine völlig trashige Begierde, die Angel überfällt: Sie hat einen unbändigen Hunger auf Gehirn und als sie der Versuchung nachgibt, merkt sie, dass menschliches Gehirn sie stärker und gesund macht. Die geheimnisvollen Schoko-Fitnessdrinks ihres anonymen Helfers müssen ebenfalls mit Gehirn versetzt sein, denn als ihr Vater diese in seiner Suche nach mehr Alkohol zerstört, erkennt Angel, dass sie nach und nach zerfällt, wenn sie ihr Wundermittel nicht zu sich nimmt. Was ist mit ihr geschehen und warum tauchen plötzlich immer mehr Leichen ohne Kopf auf? Angel ist ihrer wahren, neuen Existenz auf der Spur, doch ist diese tatsächlich besser als ein abgefuckter Junkie zu sein?

Unterhaltsam, abstrus und wirklich verrückt

My Life as a White Trash Zombie erzählt vom heruntergekommenen Leben Angel Crawfords, die schon in vielen Schwierigkeiten gesteckt hat und deren Vater selbst mit seinem Leben nicht klar kommt. Angel ist auf sich allein gestellt, hat einen nichtsnutzigen Freund, einen Dealer und Drogen. Doch damit ist Schluss, denn Angel besinnt sich auf ihre Zukunft. Sie glaubt zwar völlig übergeschnappt zu sein, als sie herausfindet, dass sie auf menschliches Gehirn steht, doch aufgeben kommt nicht in Frage. Sie findet heraus was ihre neue Existenz ist und durch ihren neuen Job lernt sie, was es bedeutet, wenn sich jemand um sie sorgt, wenn jemand sie wertschätzt und sich um sie kümmert. Angel ist kein Loser, wie ihr Vater ihr das einzureden versucht. Angel ist tough und untot zugleich, gerät durch ihre Unüberlegtheit immer wieder in neue Schwierigkeiten und muss sich als Zombie erst daran gewöhnen, dass ihr in der Welt der Lebenden so einige Wege offen stehen.

Diana Rowlands erster Band ihrer Zombiereihe handelt eigentlich von einer normalen jungen Frau, die auf die falsche Bahn geraten ist und der sich eine zweite Chance bietet: als Untote mit Verstand schlägt sie sich von nun an durch und erhält dabei Hilfe von einem anderen Zombie, der ihr Potential erkannt hat. Von einer Frau mit wenig Selbstbewusstsein und keinen Blick für die Zukunft entwickelt sie sich mit etwas Hilfe zu einer Frau, die ein Ziel vor Augen hat: weitermachen und den Job behalten. My Life as a White Trash Zombie ist dennoch nichts für schwache Nerven, denn die Arbeit im Leichenschauhaus kann man als eklig bezeichnen und Angels Gelüste nach Gehirn sind auch mehr als gewöhnungsbedürftig. Wer sich davon nicht abschrecken lässt, den erwartet gute Unterhaltung!

 

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