[Rezension] Ruebenstrunk, Gerd: Arthur und die Stadt ohne Namen

Details:

Originaltitel : Arthur und die Stadt ohne Namen
Autor: Gerd Ruebenstrunk
Genre: Kinder- und Jugendbücher
Reihe: Die Vergessenen Bücher
Band innerhalb der Reihe: 3
Gattung: Roman
Verlag: arsEdition ( 2011 )
Seiten: 434

Inhalt:

Das letzte Abenteuer für Larissa und Arthur beginnt mit der Suche nach dem Buch der Leere. Dieses Vergessene Buch soll ihnen dabei helfen nicht nur Larissas Eltern aus den Händen der gefährlichen Schatten zu befreien, sondern auch diese ein für allemal zu vernichten. Dabei lassen sie sich auf ein gefährliches Spiel ein, in dem es nur schwer zu erkennen ist, wem sie vertrauen können und wem nicht.

Meinung:

Eine neue Spur führt die beiden Bewahrer Larissa und Arthur auf die Fährte des Buches der Leere, doch ehe sie sich richtig auf ihr neues Abenteuer vorbereiten können, geschieht etwas Schreckliches: der Bücherwurm, Larissas Opa, hat einen schweren Unfall und liegt im Koma. Doch an Zufälle glauben die beiden jungen Erwachsenen schon lange nicht mehr. Die Schatten stecken hinter der ganzen Sache und verhindern, dass der Bücherwurm aus dem Koma erwacht. Ein weiteres Druckmittel gegen die beiden.

Der Bibliothekar, oberster Bewahrer, ist ihnen auch keine sonderliche Hilfe. Er behandelt Larissa und Arthur wie kleine Kinder und traut ihnen Nichts zu. Dass sie bereits in der Vergangenheit mehrere Vergessene Bücher gefunden haben, zählt für ihn offenbar nicht. Doch die beiden sind in der Zwickmühle: Sie sind auf den Bibliothekar angewiesen, der seine Kontakte spielen lässt, um ihnen in Edinburgh und im Jemen eine Unterkunft zu besorgen.

Mit keinem Plan begeben sie sich nach Edinburgh und hoffen, dass Arthurs Bewahrertalent, ein einziges Buch aus einer großen Masse zu finden, weiterhilft. Die Hoffnung treibt sie immer weiter an, obwohl Arthur große Bedenken hat, ganz planlos durch die Gassen und Untergründe Edinburghs zu laufen, doch für Larissa, ihren Großvater und ihre Eltern nimmt er dieses Wagnis auf sich.

Der dritte und damit letzte Band der Trilogie von Gerd Ruebenstrunk lässt die beiden Protagonisten Larissa und Arthur erwachsen werden. Haben sie sich im zweiten Band viel zu sehr gezankt, waren kindisch und blauäugig, so herrscht hier rationales Denken vor, das sie aber nicht davon abhält blindlings in Fallen zu tappen. Diese sind aber so gestaltet, dass doch immer die Möglichkeit mitschwingt, es hätte die richtige Entscheidung sein können.

Die Spannung in Arthur und die Stadt ohne Namen ist zum Greifen und beinahe in jeder Zeile spürbar, denn der Leser weiß: Das Ende naht! Diesmal bleiben keine Fragen offen oder werden Andeutung gemacht, sondern Nägel mit Köpfen. Wer wird siegen? Gut oder Böse? Auf welcher Seite stehen die angeblichen Verbündeten der beiden, wer sind die Zeitlosen und warum tauchen sie gerade immer dann auf, wenn Larissa und Arthur Hilfe benötigen?

Das Verhalten der beiden ist schlüssig und nachvollziehbar, ihre Unsicherheiten sind begründet und die Zweifel und Ängste, die sie begleiten kann man verstehen. Bemerkens- oder wundernswert ist die Tatsache, dass Arthur und Larissa in diesem Band ziemlich viel essen. Ihnen werden Nationalgerichte vorgesetzt, die sie als freundliche und dankbare Gäste verzehren müssen und Arthur ist immer überrascht, wie gut es doch schmeckt, auch wenn es sich um Tierinnereien handelt, erklärt jedes Mal, dass diese neuen Geschmacksmomente nicht sein neues Lieblingsessen werden können. Ein kleiner Insider-Gag für den Leser, der dabei allerdings leer ausgeht und lieber eine Packung Kekse neben sich stehen haben sollte!

Das Ende war für meinen Geschmack teilweise ein wenig zu einfach gelöst, viel Herzschmerz und Schicksal/Auserwählt-Sein, aber das schreibe ich der Gattung „Kinderbuch“ zu und finde, dass Die Vergessenen Bücher Reihe eine gelungene, abenteuerliche Reise bieten, welche die Neugierde für fremde Städte und Länder weckt. Fernweh habe ich nun auf jeden Fall!

Fazit:

Der Abschluss der Trilogie um die Vergessenen Bücher war für mich wohl der spannendste Teil der Reihe. Nicht nur deshalb, weil ich gespannt war, wie Gerd Ruebenstrunk die Fragen löst, welche in den vorherigen Bänden aufgeworfen wurden, sondern auch deshalb, weil die Spannung diesmal undurchschaubarer war. Viele Möglichkeiten standen den Protagonisten offen und wenn man hin und wieder auch dachte „Das war so klar!“, so hielten sich diese Momente in Grenzen und als Leserkonnte man richtig mitfiebern wer sich als wahrer Freund und wer als echter Feind entpuppt.

Bewertung: [4 ½/5]

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