[Rezension] Schwindt, Peter: Die Rückkehr der Eskatay

Details:

Genre: Fantasy, Kinder- und Jugendliteratur
Reihe: Morland
Band innerhalb der Reihe: 1
Gattung: Roman
Verlag: Ravensburger Buchverlag ( 2009 )
Seiten: 396

Klappentext: Hoch im Norden liegt Morland. Die Zeiten sind schlecht. Immer mehr Menschen hungern, es kommt zu Unruhen und die Geheimpolizei ist allgegenwärtig. Eine rätselhafte Todesserie erschüttert das Land: Kopflose Leichen werden geborgen, doch es sind keine Mordopfer. Und es tauchen Kinder mit seltsamen Fähigkeiten auf, wie man sie seit vielen tausend Jahren nicht gesehen hat. Die Geheimpolizei setzt alles daran, dieser Kinder habhaft zu werden. Eine gnadenlose Jagd beginnt.

Inhalt:

Der Agrarstaat Morland muss schwere Zeiten durchstehen. Der Präsident will eine dritte Amtszeit erzwingen und somit die Verfassung ändern. Das Volk hungert. Viele Menschen haben keine Arbeit und plötzlich tauchen Kinder mit magischen Fähigkeiten auf: Gedanken lesen, außergewöhnliche Stärke oder Teleportation. Und Stimmen werden laut, die die Rückkehr der angsteinflößenden Eskatay ankündigen …

Meinung:

Morlands natürliche Ressourcen sind beinahe aufgebraucht. Es gibt nicht genügend Arbeitsplätze, die Reichen werden immer reicher und die Armen nagen immer mehr am tödlichen Hungertuch. Von diesem Umständen bekommt Tess Gulbrandsdottir nicht viel mit. Das 13-jährige Mädchen lebt seit ihrer Geburt im Waisenhaus Nr. 9, in dem schlimme Zustände herrschen. Die Kinder werden vom herrschsüchtigen Direktor unterdrückt und erhalten unangebracht hohe Strafen beim kleinsten Verstoß gegen die Ordnung.

Der 15-jährige York Urban weiß dagegen, wie es um Morland steht, doch er sitzt im goldenen Käfig. Sein Vater ist ein einflussreicher Richter und hält ihn im Haus „gefangen“, da er Angst hat, dass sein Sohn aus politischen Gründen entführt werden könnte. Yorks Leben ändert sich schlagartig, als eines Tages sein Vater überraschenderweise nach Hause kommt, ihm einen Schlüssel in die Hand drückt und ihn in einer Geheimtür versteckt: York muss zusehen, wie sein Vater ermordet wird – von einem hohen Regierungsmitglied mit einer seltsamen Blume.

Hagen Lennart hingegen ist Polizeibeamter und gerät, ohne es zu wollen, in das Netz aus miesen Machenschaften der Regierungsspitze: er wird zum Chefinspektor für Kapitalverbrechen und soll einer Mordserie nachgehen. Bei seinen Untersuchungen trifft Lennart auf Morlands Legende von den Eskatay: Menschen mit besonderen magischen Fähigkeiten haben vor Jahrhunderten gegen die Menschen gekämpft, um die Herrschaft an sich zu reißen. Die Menschen konnten gegen diese scheinbar übermächtigen Wesen siegen, auch wenn in diesem Krieg nur zwei Menschen übrig geblieben sind.

Nun sollen diese Eskatay wieder zurückgekehrt sein, in Form von Kindern. Die Regierung beginnt Jagd auf sie zu machen, um ihrer habhaft zu werden. Dabei ist ihnen jedes Mittel Recht – auch Mord.

Peter Schwindts Auftakt zur Morland-Trilogie ist wahrhaft ein tolles Fantasybuch. Es ist spannend, entführt den Leser regelrecht in die Welt von Morland und sorgt für herrlich unterhaltende Lesestunden. Alles beginnt mit einem Prolog, der in das System von Morland einführt, das die Schwierigkeiten des Rohstoffmangels und die Probleme der einfachen, ärmeren Menschen aufzeigt:

Juri lebt mit seiner Familie in Horvik, einer Eisregion Morlands, und arbeitet in einem Bergwerk. Er begibt sich mit einigen anderen Familien auf den beschwerlichen, eiskalten Weg in eine größere Stadt viele Kilometer weit weg, denn der Zug mit Lebensmitteln ist nicht gekommen, sie wurden vergessen. Auf diesem Weg passiert etwas Schreckliches und Juri verliert allen Lebensmut, doch bevor er stirbt findet er eine Blume aus feinsten metallischen Strängen …

Diese Blume zieht sich durch das gesamte Buch und der Leser fragt sich immer wieder, was es mit ihr auf sich hat und vor allem, was mit Juri passiert ist, denn der Rest der Geschichte spielt 10 Jahre nach diesen Ereignissen in der kalten Polarregion von Morland.

Die Rückkehr der Eskatay konzentriert sich anfangs nicht unbedingt auf die Figurenzeichnung. Es werden viele Charaktere eingeführt, von denen abschnittweise berichtet wird. Doch das stört selbst Leser wie mich, die sehr viel Wert auf ausgereifte Charaktere legen, nicht. Das Buch lebt nämlich von seinem Plot und der Spannung, die erzeugt wird. Von Anfang an entsteht diese und hält sich bis zur letzten Seite.

Auch politische Verstrickungen führen keineswegs zu Langeweile, sondern zeigen vielmehr einen weiteren Aspekt des morländischen Systems. Die Figuren werden im Verlauf des Buches auch schärfer ausgearbeitet und jede Einzelne sorgt für Spannung und Neugierde beim Leser. Dieses Buch ist durch seine jugendlichere Sprache durchaus auch etwas für Erwachsene, aber noch mehr geeignet für Jugendliche

Fazit:

Peter Schwindts Fantasy-Jugendroman Die Rückkehr der Eskatay ist ein spannender Auftakt zur vielversprechenden Morland-Trilogie. Er schafft es durch Spannung und viele verschiedene Charaktere die Neugierde des Lesers zu wecken und ihn gebannt am Buch zu halten. Besonders für jüngere Leser sollte dieses Buch viel Unterhaltungsspaß und einen Ausflug in eine phantastische Welt bieten.

Daher gibt es von mir 5 von 5 möglichen Sternen.

5 Kommentare

  1. Mir hatte das Buch auch sehr gut gefallen – vor allem durch das ungewöhnliche Umfeld. Endlich mal keine mittelalterliche Welt, sondern etwas industrielles und trotzdem irgendwie altmodisches.
    Die Fortsetzung habe ich auch schon hier, aber irgendwie fehlt die Zeit zum Lesen. 😉

  2. Komischweise war ich am Anfang ziemlich skeptisch dieser industriellen Welt gegenüber! Aber das war vollkommen unbegründet, denn es war wirklich weder langweilig mit politischen Strukturen, sondern wirklich interessant und auch nachvollziehbar erklärt!
    Den zweiten Band habe ich vom Ravensburger Verlag als Rezensionsexemplar erhalten und wird wohl bald von mir gelesen werden (zumal ich einfach unbedingt wissen will, wie es weitergeht!)

  3. Oh ja, das hört sich wirklich gut an. Ich werd es gleich mal auf die Wunschliste packen. Wenn da nur nicht schon so viel drauf stehen würde :hihi:

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