[Rezension] Shulman, Polly: Die geheime Sammlung

Details:

Originaltitel: The Grimm Legacy
Autor: Polly Shulman
Genre: Fiction, Kinder- und Jugendbücher
Reihe: –
Gattung: Roman
Verlag: PAN ( 2010 )
Seiten: 345

Klappentext:

Es ist nicht leicht, eine Außenseiterin zu sein. Doch dann bekommt Elizabeth einen Aushilfsjob in einem besonderen Museum, dem Repositorium der Verleihbaren Schätze, in dem man Kunst und Krempel, Wertvolles und Verrücktes ausleihen kann. In den geheimnisvollen Lagerhallen findet Elizabeth endlich echte Freunde, die bereit sind, mit ihr durch dick und dünn zu gehen. Und die braucht sie dringender, als sie geahnt hat – denn verborgen im Keller gibt es noch eine geheime Sammlung, deren Schätze ungewöhnliche Kräfte haben …

Inhalt:

Ein Knüppel, der solange auf jemanden einschlägt, bis man ihn stoppt, fliegende Schuhe oder ein Schrumpfstrahler. Alles nur Erfindung? Nicht in Polly Shulmans Roman, denn dort werden Gegenstände aus Märchen oder sogar aus Sci-Fi-Erzählungen Realität. Das muss auch Elizabeth erkennen, die einen Job in einer Bibliothek der anderen Art annimmt. Bald sind fliegende Teppiche, Tische, die sich selbst mit Essen decken und gehässige Spiegel keine reine Fiktion mehr.

Meinung:

Seit dem Tod ihrer Mutter und nachdem ihr Vater wieder geheiratet hat, spielt Elizabeth keine große Rolle in der neuen Patchwork-Familie. Die Eltern sparen dafür, dass ihre Stiefschwestern das College besuchen können und Eliza muss auf fast alles verzichten. Aber am schlimmsten ist der Schulwechsel, denn an der neuen Schule hat sie auch nach Monaten kaum Freunde und sie fühlt sich als Außenseiterin.

Das ändert sich, als ihr Gemeinschaftskundelehrer Mr. Mauskopf ihr einen Aushilfsjob in einer Bibliothek der besonderen Art anbietet. Dort werden die verschiedensten Objekte verliehen, egal ob Alltagsgegenstand oder teures Kunstwerk. Aber was noch viel merkwürdiger als das Verleihen eines gewöhnlichen Teeservices ist, sind die seltsamen Gerüchte, die Elizabeth schon vor ihrem ersten Tag im Museum erfährt: Ein riesiger Vogel soll durch die Gänge der Lagerhallen streifen und Pagen – zu denen das Mädchen bald gehören wird – verfolgen. Außerdem ist eine der Pagen von einem Tag auf den anderen verschwunden.

Was hat es mit dem Grimm-Sammelsurium auf sich, von dem die Bibliothekare sprechen? Als Elizabeth nachfragt, erfährt sie nichts Konkretes, sondern wird mit ausweichenden Antworten stehen gelassen. Die Heimlichtuereien ihrer neuen Kollegen wecken ihr Interesse allerdings nur noch mehr. Schließlich erfährt das Mädchen, was die ganz spezielle Sammlung im Verließ – dem Magazin eins – wirklich ist und kann es kaum fassen, welche magische Welt sich dadurch für sie öffnet …

Polly Shulmans Jugendroman lässt Märchen lebendig werden. Wer hat nicht als Kind davon geträumt auf einem Teppich durch die Lüfte zu fliegen, mit den sieben Meilen Stiefeln durch das Land zu reisen oder sich vom Tischlein Deck dich Essen auftischen zu lassen? Diesen und vielen weiteren märchenhaften Gegenständen begegnet die Protagonistin Elizabeth in Die geheime Sammlung.

Dabei taucht der Leser richtig in die neue Welt, welche die Hauptfigur entdeckt, ab. Immer wieder erscheinen neue magische Gegenstände, die man bereits aus Märchen kennt, und lassen die Kindheitsphantasien wahr werden. Man versinkt regelrecht in dieser einerseits bekannten Welt und andererseits ganz Fremden, in der Elizabeth Abenteuer erlebt, die man nicht vorausahnen kann.

Die Figuren des Buches sind sehr liebenswert. Neben Elizabeth gibt es noch Anjali, ein indisches Mädchen, das schnell zu einer sehr guten Freundin wird, Marc, den Basketballstar und Mädchenschwarm an Elizas Schule, Aaron, den eingebildeten Pagen und Jaya, Anjalis zehnjährige Schwester, die überall ihre Nase hineinstecken muss.

Obwohl sich hin und wieder ein paar stereotyphafte Züge in die Figurenzeichnung einschleichen, liest sich das Buch richtig schön. Die Figuren sind sympathisch, die Geschichte ist rund und nicht immer vorhersehbar, leider aber auch etwas kurz geraten. Dennoch meine ich, dass in den Lagerhallen des Repositoriums der Verleihbaren Schätze noch jede Menge geheimnisvoller Dinge herumschwirren, die auf eine Fortsetzung hoffen lassen.

Fazit:

Das Jugendbuch Die geheime Sammlung von Polly Shulman ist ein märchenhaftes Buch. In welchem man einen Dschinn um Wünsche bitten kann – wenn man darauf gefasst ist, dass er einem nach dem Leben trachtet – in dem man mit Hermes Schuhen fliegen oder auf die Größe eines Hamsters schrumpfen kann. Dieses Buch ist unterhaltsam und – leider – recht schnell zu lesen. Es entführt seine Leser in eine Welt, in welcher Märchen, zumindest teilweise, wahr werden.

Daher gibt es von mir 4 ½ von 5 möglichen Sternen.

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Vielen Dank an den PAN-Verlag für das Rezensionsexemplar!

2 Kommentare

  1. Das hört sich echt toll an! Das muss ich mir unbedingt noch zulegen.

    PS: Danke! Durch dich bin ich (nochmals) auf Faunblut gestoßen, was ich diese Woche beendet habe und extrem toll fand^^

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