[Rezension] Stiefvater, Maggie: Ballade

Details:

Originaltitel: Ballade. A Gathering of Faerie
Autor: Maggie Stiefvater
Sprache: Deutsch
Genre: Fiction, Young Adult
Reihe: Der Tanz der Feen
Band innerhalb der Reihe: 2
Gattung: Roman
Verlag: PAN ( 2010 )
Seiten: 359

Inhalt:

Zwischen James und Deirdree ist seit dem letzten Sommer nichts mehr so wie es war. Seit die Feen sich in ihr Leben eingemischt haben und Deirdree, James‘ heimliche Liebe, sich unsterblich in Luke verliebt hat. Zwischen den ehemals besten Freunden herrscht Schweigen und das obwohl beide an der Thornking-Ash, School of Music, angenommen wurden. Aber auch hier bleiben sie nicht vor den aufdringlichen Feen verschont, als James auf die hinreißende Nuala trifft …

Meinung:

Ballade ist der zweite Band aus Maggie Stiefvaters Der Tanz der Feen Reihe, in dem es diesmal hauptsächlich um James geht, der im ersten Band Lamento eine Nebenfigur war. Gemeinsam mit seiner besten Freundin Deirdre wurde er an einer ganz besonderen High School angenommen, der Thornking-Ash für musikalisch begabte Schüler. Doch bisher hat er Deirdre höchstens aus der Ferne gesehen, denn seit er ihr seine Liebe in einer SMS gestanden hat, hat sich alles zwischen den beiden verändert.

Aber nicht nur die kaputte Beziehung zu Deirde belastet James. Insgeheim fragt er sich, warum er überhaupt in Thornking Ash angenommen worden ist. Für einen Sackpfeifer hat dort nämlich niemand Verwendung und der Ersatzlehrer einer nahe gelegenen Musikschule kann ihm auch nichts mehr beibringen. James ist einfach zu gut und das weiß er auch. Mit spitzen Bemerkungen und viel Sarkasmus begegnet er seiner Umwelt.

Eines Tages begegnet er der wunderschönen Nuala, die er sofort als Fee erkennt. Sie will ihm zu seinem verdienten Ruhm verhelfen und ihm zu einem begnadeten Musiker mit Erfolg machen. Doch James weiß, dass eine Fee nichts ohne Gegenleistung tut und blockt sie ab. Einen solchen Widerstand hat Nuala noch nie erlebt, weshalb sie auch nicht aufgeben will. Sie ist eine Leanan Sidhe, eine der niedrigsten Feen, die beinahe so menschlich ist, dass sie Eisen berühren kann, weshalb kein anderer ihrer Art etwas mit ihr zu tun haben will. Sie bedarf der sterblicher Lebensjahre, um überleben zu können und dient den Menschen, die mit ihr einen Pakt eingehen, als Muse.

Nachdem ich erfahren habe, dass der zweite Band von Maggie Stiefvaters Reihe nicht wieder Deirdree als Protagonistin hat, sondern die Autorin auf James umschwenkt, war ich ziemlich enttäuscht, denn insgeheim hatte ich doch gehofft, dass die Geschichte zwischen Luke und ihr noch nicht vorbei sein wird.

Nachdem ich aber mit dem Lesen begonnen hatte, habe ich mich sofort in James verliebt. Seine Art die Dinge zu sehen und der damit einhergehende Sarkasmus, der Witz und die Anspielungen haben genau meinen Humor getroffen. James ist eine vielschichtige Figur. Er leidet unter dem spärlichen Kontakt, den er mit Deirdre hat und bereut es jemals die verhängnisvolle SMS geschrieben zu haben. Außerdem fühlt er sich in der neuen High School –fernab von Zuhause – völlig fehl am Platz und insgeheim würde er liebend gern auf Nualas Angebot einsteigen, doch noch hat er an den Narben zu knabbern, die seine letzte Begegnung mit Feen hinterlassen haben.

Damals hat er die Kontrolle verloren und wäre beinahe gestorben, deshalb versucht er jetzt zwanghaft alles in geregelten Bahnen verlaufen zu lassen, macht sich Notizen auf Hände und Arme oder reagiert arrogant auf seine Umwelt. Er weiß, dass er der beste Dudelsackspieler weit und breit ist und zeigt das auch offen.

Besonders die Beziehung zwischen Deirdree und James hat mich berührt. Immer, wenn sie sich begegnen, baut sich eine Mauer zwischen ihnen auf. Die beiden Freunde können nicht frei heraus über alles sprechen, sondern schweigen sich aus und verletzten sich damit noch mehr. Die Autorin hat einen guten Trick angewandt, um auch Dees Perspektive in das Buch einzubauen: Am Ende von fast jedem Kapitel folgt eine SMS, die sie an James schreibt, aber nie abschickt. In diesen gesteht sie ihm ihre wahren Gefühle und Gedanken und erzählt ihm die ganze Wahrheit.

Ansonsten wird das Buch hauptsächlich aus James‘ oder Nualas Perspektive erzählt. Ihre Hartnäckigkeit beeindruckt den Teenager und je häufiger sie ihn aufsucht, desto interessanter findet James sie – obwohl er weiß, wie gefährlich das Spiel mit den Feen sein kann. Aber eine Katastrophe bahnt sich an. Er erfährt nicht nur, dass Nuala alle 16 Jahre verbrannt werden muss, damit sie neugeboren weiterleben kann, sondern auch Deirdre ist in Gefahr, denn die neue Feenkönigin Eleanor verfolgt ihre eigenen Pläne auf Kosten der Menschen und James muss sich entscheiden, wem er zu Hilfe eilen will.

Zwar kämpft das Buch hin und wieder mit schwächelnden Passagen, die für den Leser etwas langatmig sein können, insgesamt kann man aber dennoch nicht aufhören die Geschichte zu lesen, da man unheimlich gespannt ist, wie das Spiel mit den hinterhältigen Feen diesmal ausgehen wird.

Fazit:

Maggie Stiefvaters Roman Ballade ist wieder eine schöne Geschichte, die sich um Liebe, Verrat und List dreht. Diesmal ist James – den die meisten Leser wohl schon aus dem ersten Band kennen werden – derjenige, um den sich alles dreht. Sein Charakter hat mir besonders gut gefallen, da er seine Verletzlichkeit hinter Sarkasmus und Arroganz zu verstecken versucht, die so manchen lustigen Wortwitz zur Folge haben. Obwohl der Inhalt des Buches manchmal etwas zäh zu lesen ist, bleibt es trotzdem eine gelungene Unterhaltungslektüre, die vor allem Feenliebhaber ansprechen wird!

Daher gibt es von mir 4 von 5 möglichen Sternen.

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Vielen Dank an den PAN Verlag für das Rezensionsexemplar!

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