[Rezension] Stiefvater, Maggie: Lamento

Details:
Originaltitel: Lament. The Fearie Queen’s Deception
Autor: Maggie Stiefvater
Genre: Fiction
Reihe: Im Bann der Feenkönigin
Band innerhalb der Reihe: 1
Gattung: Roman
Verlag: PAN ( 2009 )
Seiten: 348

Klappentext:

Eigentlich ist Deirdre eine ganz normale Sechzehnjährige – und ganz ehrlich: Sie findet ihr Leben gerade ein bisschen langweilig. Doch dann hat sie immer öfter seltsame Träume. Immer wieder taucht darin ein faszinierender Junge auf, dessen geheimnisvolle Augen Deirdre verzaubern. Als ihr Luke eines Tages leibhaftig gegenübersteht, wird Deirdres Leben ausgesprochen aufregend … aber gleichzeitig schwebt sie nun in großer Gefahr. Sind ihre Gefühle für Luke stark genug, um einen uralten Fluch zu brechen?

Inhalt:

Auf einem Musikwettbewerb lernt Deirdre den gutaussehenden Luke Dillon kennen. Das Komische dabei ist, dass sie ihn bereits vorher kannte – aus ihren Träumen. Schnell freunden sich die beiden an, auch wenn der Junge nichts über sich verraten will. Die 16-Jährige fühlt sich zu ihm hingezogen und gerät damit in große Gefahr, denn Luke hat viele Geheimnisse, die er ihr nicht anvertrauen darf. Aber Deirdre kommt selbst dahinter, als sie feststellt, dass sie neben einem musischen Talent weit außergewöhnlichere Fähigkeiten besitzt …

Meinung:

Die 16-jährige Deirdre hat ein besonderes Talent: Sie kann wunderschön Harfe spielen und dazu singen. Wäre da nicht ihre furchtbare Nervosität vor jedem Auftritt. Bei einem Wettbewerb in ihrer High School hängt das Mädchen mal wieder über der Kloschüssel, als plötzlich ein Junge auftaucht, der sie vom ersten Moment an verzaubert: Luke Dillon – den Jungen, den sie bereits aus ihren Träumen kannte.

In seiner Gegenwart fühlt sich Deirdre viel selbstbewusster. Obwohl Luke eine seltsame, sogar gefährliche, Aura umgibt, hat sie keine Angst vor ihm. Er spricht merkwürdige Dinge an und ist geheimnisvoll. Er beeindruckt sie sowie sie ihn fasziniert. Mit seiner Querflöte entlockt Luke der jungen Deirdre Töne, die sie kaum für möglich gehalten hat und gemeinsam begeistern sie das Publikum beim Wettbewerb.

Immer wieder taucht der gutaussehende junge Mann wie aus dem Nichts auf und er scheint so viel über Deirdre zu wissen, doch sie weiß beinahe nichts über den Jungen. Er trägt einen riesigen Schlüsselbund – seine Geheimnisse – mit sich herum und es ist ihm nicht möglich sich dem Mädchen, das ihn so fasziniert wie keine zuvor, anzuvertrauen. Seit Lukes Auftauchen geschehen außerdem in Deirdres Leben seltsame Dinge. Vierblättrige Kleeblätter tauchen überall auf, obwohl diese doch eine Seltenheit sein sollten und noch seltsamer: Luke verabscheut die Glücksbringer und immer wieder tauchen ungewöhnliche Kräuterdüfte auf, die genauso schnell wieder zu verschwinden scheinen.

Als Deirdre auch noch feststellen muss, dass sie die Kleeblätter mit der Macht ihrer Gedanken bewegen kann, vertraut sie sich ihrem besten Freund James an. Denn zu ihrem Verdruss beginnt sie außerdem schattenhafte Wesen zu sehen. Kann es wirklich sein, dass Deirdre zu den Menschen gehört – von denen ihr Luke erzählt hat – die alles schaffen können, wenn sie es nur wollen? Und ist es tatsächlich möglich, dass es neben der Menschenwelt noch eine Welt der Feen gibt, die das Mädchen wegen ihrer Fähigkeiten entführen oder sogar töten wollen?

Schon nach wenigen Seiten ist mir Maggie Stiefvaters erfrischender Erzählstil aufgefallen. Er wirkt auf den Leser jugendlich, aber nicht kindisch oder fehl am Platz, sondern genau richtig portioniert. Dadurch erhält das Buch neben dem geheimnisvoll, mystischen Touch auch eine humorvolle Ebene, die vor allem durch die Gedanken der Hauptfigur vermittelt wird.

Deirdre ist eine sympathische Protagonistin mit Schwächen und Stärken, die sich im Laufe der Geschichte auch noch weiterentwickelt. Zwar ist ihr blindes Vertrauen auf Luke an manchen Stellen für den Leser ziemlich blauäugig, dennoch ist es bewundernswert, dass sie sich dem Jungen aus ihren Träumen immer wieder annähert, auch wenn so vieles gegen ihn zu sprechen scheint.

Der Leser weiß durch die Inhaltsbeschreibung, dass die eigentliche Aufgabe von Luke darin besteht das Mädchen im Auftrag der Feenkönigin zu töten, trotzdem nimmt das keine Spannung aus dem Buch. Der Grund dafür und was genau hinter den gefährlichen Feenwesen steckt, wird Deirdre und dem Leser nämlich erst nach und nach eröffnet.

Das Ende von Lamento hat mir allerdings nicht ganz zugesagt, obwohl es – und das muss ich zugeben – doch sehr passend für das Buch ist. Ich hätte mir noch ein paar genauere Erklärungen gewünscht, die sich aber vielleicht im zweiten Band der Reihe ergeben könnten. Dessen ungeachtet ist Lamento aber eine schöne jugendliche Liebesgeschichte mit vielen Geheimnissen und Feenwesen, die nicht dem klassischen Feenbild, wie beispielsweise in Peter Pan, entsprechen.

Fazit:

Maggie Stiefvaters erster Band Lamento ist ein schöner Auftakt für ihre „Im Bann der Feenkönigin“-Reihe. Er ist geheimnisvoll und mystisch, aber gleichzeitig auch jugendlich frisch. Die Charaktere sind liebenswert sowie sympathisch und der Leser wird auf die Folter gespannt, was die vielen Geheimnisse betrifft. Zwar hat mir das Ende nicht ganz so gut gefallen, da mir unter anderem ein paar Erklärungen gefehlt haben, dennoch war es sehr passend für die Geschichte und lässt allemal auf eine tolle Fortsetzung hoffen.

Daher gibt es von mir 4 ½ von 5 möglichen Sternen.

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Vielen Dank an den PAN Verlag für das Rezensionsexemplar!

3 Kommentare

  1. Ich habe Lamento auch gelesen – aber so umgeworfen hat es mich nicht, muss ich ehrlich gestehen. Nachdem ich zuvor Shiver gelesen hatte, hab ich mir da natürlich einiges erwartet, aber man merkt eben den Erstling der Autorin 🙂

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