[Rezension] Toon, Paige: Lucy in the Sky

Lucy in the Sky - Paige ToonDetails:

Originaltitel: Lucy in the Sky
Autorin: Paige Toon
übersetzt von: Christine Strüh
Genre: Frauenroman, Liebeskomödie
Reihe: Paige-Toon-Bücher
Band innerhalb der Reihe: 1
Gattung: Roman
Verlag: Fischer Tb ( 2010 )
Seiten: 448

Inhalt:

Lucy lebt in London, ist seit 3 Jahren glücklich mit James zusammen und fliegt nach Ewigkeiten endlich wieder in ihre alte Heimat Australien, um der Hochzeit ihrer besten Freunde Sam und Molly beizuwohnen. Doch der zwölf Stunden Flug nach Sydney entwickelt sich zum Albtraum, als Lucy eine SMS von James erhält, die angeblich von seiner Affäre kommt. Ein Witz oder bitterer Ernst?

Meinung:

Als Lucy zu ihren besten Freunden von London nach Sydney fliegt ahnt sie noch nicht, dass dieser Flug der schlimmste in ihrem Leben sein wird. Nur Minuten vor dem Abflug erhält Lucy eine SMS von ihrem Freund James. Nur, dass diese Nachricht nicht von ihm stammt, sondern von seiner angeblichen Affäre, die sich in ihrer gemeinsamen Wohnung miteinander vergnügt haben. Bevor Lucy die Chance hat die SMS ein weiteres Mal zu lesen, muss sie das Handy ausschalten und ist für die nächsten 12 Stunden ihrem eigenen Kopfkino überlassen.

In Australien angekommen schwört James telefonisch, dass die SMS nur ein Scherz seiner Kollegen gewesen ist. Lucy glaubt ihm und doch hinterlässt die gelöschte Nachricht einen bitteren Beigeschmack, aber Zeit zum Grübeln bleibt wenig, denn noch sind allerhand Vorbereitungen für die Hochzeit zu treffen und als Lucy Sams jüngeren Bruder wiedertrifft ist sie völlig hin und weg. Aus dem kleinen Jungen ist ein gutaussehender Surfer geworden. Nathan verdreht ihr komplett den Kopf und Lucy steckt unvermittelt in einem weiteren Gefühlschaos, denn eigentlich ist sie glücklich mit James, mit welchem sie erst vor kurzem eine Wohnung in London gekauft hat, der erfolgreich in seinem Job ist und sie über alles liebt. Nate hingegen ist ein paar Jahre jünger als sie, hat die High-School abgebrochen, liebt das Surfen und ist beruflich noch auf der Suche.

Von nun an befindet sich Lucy im Kampf mit ihren eigenen Gefühlen und mit ihrem Verstand. Immer wieder versucht sie rational an die Ereignisse heranzugehen, kann sich nicht vorstellen, dass Nathan ebenso empfindet wie sie selbst und erklärt darüber hinaus ihre eigenen Gefühle für völlig aus der Luft gegriffen. Sie kehrt nach London zurück, aber auch dort gerät alles aus der Bahn, als Nathan für einige Monate einen Job in England annimmt…

Paige Toon erschafft wunderbare Figuren, die einem als Leser wirklich ans Herz wachsen, egal ob es sich dabei um Haupt- oder Nebencharaktere handelt. Alle haben sowohl positive als auch negative Seiten, keine ist eine glorreiche Superman-Figur ohne Fehl und Tadel. Genau das lässt sie lebendig erscheinen.

Lucy ist ein ziemlich vielschichtiger Charakter, da sie sehr gerne in Grübeleien verfällt und sich alle möglichen Szenarien ausmalt. An manchen Stellen nervt diese Eigenart an ihr, macht sie aber gerade deshalb auch so wirklichkeitsnah. Als Leser allerdings steht man natürlich auf der Happy-End-Seite und hofft, dass sie mit Nathan – trotz all der rationalen Gründe, die dagegensprechen – zusammenkommt.

Die Autorin entwickelt nämlich über ihre Figurenkonstellation hinaus eine wunderbare Story, die sich nicht ohne weiteres vorhersehen lässt. Immer wieder tauchen Geheimnisse der einzelnen Figuren aus, die eine neue Perspektive sowohl auf deren Charakter als auch auf den gesamten Plot geben. Bis zur letzten Seite bleibt es deshalb spannend, auch wenn der Epilog für meinen Geschmack viel zu geraten ist. Ein Gutes hat dies aber dennoch, denn Paige Toon verbindet ihre Bücher, die an sich keine „normale“ Reihe sind, mit einzelnen Figuren, so widmet sie einen kleinen Abschnitt im zweiten Band auch Lucy. Dadurch erfährt ein treuer Leser aus zweiter Hand, wie es über den Epilog hinaus weitergeht.

Fazit:

Lucy in the Sky ist eine tolle Liebeskomödie, die besonders durch ihre klugen Figuren hervorsticht. Aber auch die Story lässt sich sehen, denn zu den vielschichtigen Charakteren, die Schwächen und Stärken haben, gehört auch eine Geschichte, die sich ständig weiterentwickelt. Immer wieder werden Geheimnisse gelüftet, die auch Auswirkungen auf die Betrachtung der einzelnen Figuren haben – sowohl positiv als auch negativ. Leidglich der Epilog hätte etwas länger und dafür die ständige Gedankenmacherei der Hauptfigur etwas kürzer ausfallen können.

Bewertung: [4/5]

 

Ein Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.