[Rezension] Wasserman, Robin: Crashed

Details:
Originaltitel: Crashed
Autor: Robin Wasserman
Genre: Fiction, Dystopie
Reihe: Skinned-Trilogy
Band innerhalb der Reihe: 2
Gattung: Roman
Verlag: Script5 ( 2010 )
Seiten: 432

Inhalt:

Lia Kahn hat sich damit abgefunden, dass sie nun ein Mech, ein künstlicher Körper, ist. Doch ihre Umwelt nicht. Der radikale Savona will dafür sorgen, dass die Skinner, wie sie von den Menschen genannt werden, nicht dieselben Rechte genießen, wie echte Menschen. Er will die „Produktion“ dieser Verdammten stoppen und gleichzeitig die vorhanden Skinner vernichten. In diesen beginnenden Krieg zwischen Orgs und Mechs gerät Lia, die sich eigentlich nur lebendig fühlen will.

Meinung:

Lia Kahns tödlicher Unfall liegt einige Monate zurück und sie hat sich – zumindest soweit es geht – damit abgefunden, dass sie kein Mensch mehr ist, sondern eine Maschine. Ein Mech, oder wie sie verachtende Menschen bezeichnen ein Skinner, MechHead oder Frankenstein. Inzwischen wohnt sie nicht mehr bei ihren Eltern sondern auf dem Anwesen, das Jude, ebenfalls ein Mech, leitet.

Gemeinsam mit ihren neuen Mech-Freunden sucht sie den Kick, immer größere Gefahren, die es ihr ermöglichen sich lebendig zu fühlen. Dazu zählt unter anderem aus einem selbstfliegenden Flugzeug zu springen und zu fliegen. Die rasende Schnelligkeit, wenn die Erde immer näher kommt, löst eine Art von Adrenalin im künstlichen Körper aus, der ein lebendiges Gefühl erzeugt. Doch immer schwingt die Angst mit, dass dieses Gefühl eines Tages ausbleibt, weil der freie Fall aus dem Flugzeug normal geworden ist.

Ein ruhiges Leben ist Lia nicht vergönnt. Die Bruderschaft der Menschen, welche der fanatische Savona gegründet hat, ist daran interessiert die Mechs an der Leine zu halten und versucht die Rechte für diese zu ändern, sie als Dinge herabzustufen, die sie – seiner Meinung nach – sind. Auch Auden, der einzige menschliche Freund, den Lia nach ihrem Download hatte, hat auf die Seite Savonas gewechselt, nachdem was vorgefallen ist.

Aber auch BioTech, die Erfinder der Mechs, sind nicht 100%ig vertrauenswürdig, denn nur solange diese gewillt sind die Mechs mit neuen Körper zu versorgen und ihre Erinnerungsdaten zentral zu speichern, gilt für Lia und ihre Freunde die Unsterblichkeit, das ewige Leben. Auch Jude kann Lia nicht durchschauen. Er verheimlicht Dinge vor ihr, die sie über Umwege erfährt und ist fassungslos darüber. Vor allem, weil ein Krieg zwischen Orgs und Mechs unausweichlich bevorzustehen scheint.

Der zweite Band aus Robin Wassermans Skinned-Trilogie beginnt recht gemächlich und die Spannung baut sich erst nach und nach auf. Dennoch gestaltet sich auch dieser Teil recht interessant, denn man erfährt als Leser sehr viel über die Welt, in welcher Lia Kahn lebt. Unser Italien wurde von Religionskriegen zerstört, der mittlere Osten besteht aus einem riesigen Krater und Tiere sind schon lange ausgestorben. Alles, das heißt, Tiere, Gräser, Blumen sind künstlich angelegt. Es gibt keinen Sommer mehr, denn die Sterne und die Sonne werden von einer grauen Wolkendecke verborgen. Nichts ist mehr natürlich, selbst die Menschen nicht mehr, welche nach bestimmten Mustern ausgesucht werden – je mehr Bonus, desto schönere oder klügere Kinder kann man sich leisten.

Obwohl Lia einfach nur ihre Ruhe haben will, gelingt ihr das nicht. Durch Schicksal oder Intrigen gerät sie mitten in den Kampf zwischen Mensch und Maschine. Sie muss miterleben, was es bedeutet Menschen sterben zu sehen und erkennt, dass es mehrere Mechs gibt, die ihr Gesicht tragen, die aber nicht sie, Lia Kahn, sind. Die Verwicklungen werden immer größer und Lia wird von allen Seiten bedrängt, aber niemand verrät ihr die kompletten Hintergründe, immer werden Geheimnisse bewahrt und das macht es ihr umso schwerer überhaupt jemandem zu vertrauen, sei es Jude, der BioTech-Konzern, ihr Vater oder ihre Schwester Zoey, die sie nicht mehr als Schwester ansieht.

Obwohl es all diese Verstrickungen gibt, welche die Handlung sehr komplex gestalten, hatte man vor allem am Anfang das Gefühl, das nichts passiert. Zwar wurden einem als Leser die Hintergründe dieser Welt, dieser dystopischen Gesellschaft, aufgezeigt, aber dennoch hat mir mehr Wissen, vielleicht auch mehr konkrete Auflösungen zu manchen Problemen gefehlt, um die volle Sternezahl vergeben zu können. Dennoch ist Crashed eine gelungene Fortsetzung, die einen spannungsgeladenen Abschluss erwarten lässt.

Fazit:

Crashed bietet – im Gegensatz zum ersten Band – noch viel mehr Informationen zu Lia Kahns Leben und ihrer Welt, in die sie hineingeboren wurde. Man erfährt in Ansätzen, was sich ereignet haben muss, weshalb die Natur nur aus künstlichen Produkten besteht und echte Tiere eigentlich komplett ausgestorben sind. Außerdem spitzt sich der Konflikt zwischen Menschen und Mechs immer weiter zusammen und die Intrigen, Geheimnisse und Komplotts, denen Lia ausgesetzt ist, häufen sich. Es passiert viel und eigentlich doch nicht, als kleiner Minuspunkt hätte die Handlung stärker voranschreiten können, da oftmals zwar viel zu den Hintergründen erläutert wurde, aber kaum ein Handlungsstrang aufgelöst wurde.

Daher gibt es von mir 4 von 5 möglichen Sternen.

2 Kommentare

  1. Manchmal kann ich einfach nicht anders, als dir in allen Punkten recht zu geben. Die Rezi hätte (mit weitaus weniger sprachlicher Gewandheit) auch von mir sein können. Unsere Meinungen decken sich hier doch arg.

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