[Rezension] Wekwerth, Rainer: Damian – Die Stadt der gefallenen Engel

Details:

Originaltitel: Damian – Die Stadt der gefallenen Engel
Autor: Rainer Wekwerth
Genre: Young Adult, Fiction, Jugendbuch
Reihe: Damian-Reihe
Band innerhalb der Reihe: 1
Gattung: Roman
Verlag: Arena ( 2010 )
Seiten: 418

Inhalt:

Lara Winter hat genug von ihrem Heimatdorf Rottenbach. Ihr Freund Ben hat per SMS mit ihr Schluss gemacht und nun muss sie ihm tagtäglich in der Schule begegnen. Als sich ihr die Gelegenheit bietet in den Ferien für zwei Wochen nach Berlin zu fahren, um ihre Großeltern zu besuchen, nutzt sie die Chance um dem dörflichen Leben zu entfliehen und sich ins Großstadtleben zu stürzen. Doch dieser Urlaub soll Lara nicht nur von ihrem Liebeskummer trösten, sondern die Wahrheit ihrer Herkunft, ihrer Familie und dunkler Geheimnisse offenbaren.

Meinung:

Die 17-jährige Lara flüchtet aus dem kleinen Dorf Rottenbach in die Hauptstadt, um sich bei ihren Großeltern von ihrem Liebeskummer zu erholen und auf andere Gedanken zu kommen. Von Jungs will sie erst einmal Nichts wissen, doch ihr Schicksal hat etwas anderes mit ihr vor. Schon nach wenigen Tagen trifft sie auf Damian, einem gutaussehenden Studenten, der sie im Park rettet, als sie überfallen wird.

Schnell ist für Lara klar: Damian ist etwas ganz Besonderes. Was sie nicht weiß, ist, dass der Zufall in dieser Angelegenheit seine Finger nicht im Spiel hatte, sondern ein höllischer Plan hinter allem steckt, was ihr widerfährt. In Berlin tummeln sich Dämonen, die ihr auf der Spur sind, geleitet von einem gefallenen Engel, der im Auftrag Satans Lara auf Schritt und Tritt verfolgen lässt. Aber auch Gottes Engel sind unterwegs und der letzte Kampf scheint unabwendbar, in welchem Lara einen entscheidenden Platz einnimmt. Auf welcher Seite Lara stehen wird, ist noch unklar, doch ihre dämonische Kraft wird von Tag zu Tag stärker, je näher ihr Geburtstag und damit der 6.666 Tag ihres Lebens rückt.

Der Titel des Buches hat mich sofort neugierig gemacht, da ich dachte, „endlich mal keine Vampire“. Zwar scheinen mir die Engel inzwischen die neuen Vampire zu sein, wovon ich aber – da davon zu wenig gelesen – nicht übersättigt bin. Gespannt griff ich also nun zu Rainer Wekwerths Reihenauftakt und war auch von den ersten hundert Seiten wirklich gepackt. Die Protagonistin Lara war mir gleich sympathisch und ich hatte Lust mich mit ihr in „himmlische“ Abenteuer zu stürzen.

Allerdings auch nur diese ersten 100 Seiten, denn dann kam in mir immer häufiger die Langeweile auf und der Gedanke „Wann passiert endlich mal was?“. Leider hat sich dieses Gefühl durch das ganze restliche Buch aufrecht gehalten, wenn nicht sogar verstärkt. Die Ereignisse waren wirklich beinahe durchgehend vorhersehbar, die Figuren durchschaubar, weshalb auch nicht so wirklich Spannung aufkam, geschweige denn Tiefgang. Die Hauptfiguren entwickeln sich zu absoluten Stereotypen, die erwartungsgemäß handeln und keine Überraschungseffekte für den Leser parat halten.

Dieses einförmige Verhalten hat sich auch noch auf die gesamte Handlung übertragen. Die recht kurzen Kapitel kamen mir nicht wie ein konsequent verwobenes Netz von Ereignissen vor, sondern eine bloße Aneinanderreihung von Geschehnissen, um die Geschichte voranzutreiben. Die wichtigen, handlungstragenden, komplexen Sequenzen fehlen völlig. Gerade diese machen – neben starken Charakteren – ein Buch erst gut. Insgesamt eine tolle Idee, deren Umsetzung aber recht enttäuschend war.

Fazit:

Rainer Wekwerths erster Teil der Damian-Reihe beginnt wirklich vielversprechend und weckt die Neugierde im Leser. Die Spannung lässt allerdings schon nach den ersten hundert Seiten nach. Die Ereignisse werden oberflächlich und vorhersehbar, wodurch sich die Lust am Lesen in Grenzen hält. Doch leider hat man häufig das Gefühl, dass lediglich Bruchstücke aneinandergereiht werden, zwischen denen die Tiefe und Vielschichtigkeit der Handlung fehlen. Das Gerüst des Buches ist wirklich gut und aus der Geschichte hätte ein tolles Buch werden können, das allerdings nicht zuletzt durch stereotype Charaktere und Handlungsverläufe auf der Strecke bleibt.

Bewertung: [2/5]

2 Kommentare

  1. Irgendwie kenne ich niemanden, der dem Buch mehr als 2 Sterne gegeben hat. Zumindest fällt mir da keiner auf die Schnelle ein. Aber gut, dann verschwindet es so langsam ganz von meinem Wunschzettel. Wieder Geld gespart, danke für die Rezension! 🙂

  2. Es tut mir auch echt Leid. Ich fand die Idee wirklich super und der Anfang war so vielversprechend, dass ich schon dachte wieso finden das alle nur so schlecht. Aber dann hat sich das so eingeschlichen. Alles war plötzlich vorhersehbar und die Kapitel sind nur so an mir vorbeigeflogen und irgendwie hat da meines Erachtens so viel gefehlt, dass es Tiefe erlangt hätte…

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