[Rezension] Willemsen, Roger: Bangkok Noir

Details:
Originaltitel: Bangkok Noir
Autor: Roger Willemsen; Ralf Tooten
Sprache: Deutsch
Genre: Reisebericht, Bildband
Reihe: –
Gattung: Bildband
Verlag: S. Fischer Verlag ( 2009 )
Seiten: 357

Inhalt:

Der deutsche Publizist Roger Willemsen beschreibt die thailändische Metropole Bangkok aus einem faszinierenden Blickwinkel. In Bangkok Noir hat er sich mit dem dort lebenden Fotografen Ralf Tooten auf Entdeckungstour begeben, sobald die Sonne am Horizont verschwunden ist. Der Bildband zeigt eine Stadt, die in der Nacht ein anderes Gesicht besitzt als am Tage.

Meinung:

Der Bildband Bangkok Noir zeigt eine Seite von Bangkok, die wohl nicht alltäglich ist. Der deutsche Publizist Roger Willemsen ist gemeinsam mit dem Footgrafen Ralf Tooten, der in Bangkok lebt, von Anbruch der Dunkelheit bis Sonnenaufgang durch die Straßen der Metropole gestreift. Dabei entstand ein faszinierendes Bild, das für Betrachter, die völlig ahnungslos von dieser thailändischen Stadt sind umso unglaublicher ist.

Schon allein die Fotografien sind bemerkenswert. Sie wirken auf den Betrachter geheimnisvoll, andersartig und erschaffen eine Welt, die sich extrem von unserer westlichen Kultur unterscheidet. Auch Willemsens Text unterstützt dieses Bild zu hundert Prozent. Er zeigt eine Schnelllebigkeit, die dieser Stadt zu eigen ist, auch durch seine Worte. Das  Buch ist nicht in Kapitel oder dergleichen eingeteilt. Lediglich Absätze zeigen dem Leser, dass es sich um neue Erlebnisse handelt. Alles ist viel, groß und schnell.

Teilweise ist der Leser bei dieser Masse an Informationen allerdings überfordert. Die Fotos zeigen Abbildungen, die sich nicht von selbst erklären und nicht immer lässt sich das aus dem Text Willemsens erschließen. Ich glaube aber, dass Schwierigkeiten beim Lesen nicht nur durch das Fremdartige entstehen, das dem Leser in diesem Buch begegnet, sondern auch durch Willemsens Sprache. Er benutzt viele Fremdwörter, die – auch wenn die Wörter bekannt sind – doch irgendwie das Lesen stocken lassen und noch mehr Konzentration erfordern, als sowieso schon nötig ist.

Am Ende des Buches gibt es zu jedem Foto eine kurze Erläuterung oder besser gesagt, einen Titel. Hier hätte ich mir als Leser, als Neugieriger, noch mehr Informationen gewünscht, denn Tootens Fotografien sind etwas Besonderes. Sie sind nicht gewöhnliche Fotos von Gebäuden, Straßen oder Menschen im Alltag, nein, sie sind etwas Außergewöhnliches, das man wohl nur vollständig begreifen kann, wenn man es selbst erlebt hat.

Nichtsdestotrotz ist Bangkok Noir einer der beeindruckensten Bildbände, die ich je gesehen habe. Er ist eine Mischung aus Reisebericht und kultureller Überlieferung. Er zeigt eine Welt aus Katoys – den Ladyboys – Thai-Boxen, Karaoke-Bars, Garküchen, Gogo-Girls, aus sexuellem Verlangen und Scheu vor Intimität. Eine Vielfalt, die sich kaum in ein einziges Buch fassen lässt.

Fazit:

Roger Willemsen erzählt von Fremdartigen, vom Unbekannten, das schwer zu fassen ist für Leser, die noch nie in Asien waren. Auch die Fotografien von Ralf Tooten unterstützen diese Fremdartigkeit, zeigen Bilder, die Dinge beschreiben, mit denen der Betrachter wenig anfangen kann, aber dennoch gefesselt ist, und sich fragt „Was ist das?“. Man will automatisch mehr über Bangkok erfahren, wenn man dieses Buch entdeckt hat, das von den Geheimnissen einer unglaublich faszinierenden Metropole berichtet.

Daher gibt es von mir 3 von 5 möglichen Sternen.

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