[Rezension] Wilson, Daniel H.: Robocalypse

Details:

Autor: Daniel H. Wilson
Originaltitel: Robocalypse
Gelesen von: Rolf Berg
Genre: Dystopie
Reihe: –
Gattung: Hörbuch
Verlag: Lübbe Audio ( 2011 )
Dauer: 6 h 57 Min. | gekürzt

Inhalt:

Robocalypse beginnt mit dem Ende des Krieges als Cormac Wallace einen Würfel entdeckt, gebaut von den Robos, der die Geschichte der Revolution – dem Aufstand der Roboter, welcher von Archos, der befehlsgebenden künstlichen Intelligenz, initiiert wurde – gespeichert hat. Von dort an wie berichtet, wie sich der Neue Krieg unentdeckt von menschlichen Augen entwickeln konnte. Die erste Aufzeichnung ist ein Gespräch über einen Haushaltsroboter, der durchdreht. Weitere Aufzeichnungen berichten vom Vorläufervirus und der Stunde 0, dem Beginn des Neuen Krieges: Roboter gegen Mensch.

Meinung:

Der Neue Krieg trat für die Menschheit unerwartet ein, als plötzlich alle Roboter, sowohl Autos als auch Haushaltsmaschinen, Fahrstühle oder Militärwaffensysteme sich gegen jeden Menschen der Erde gerichtet haben und eine Welle der Vernichtung begann: die systematische Ausrottung der Menschheit.

Nur wenige Menschen haben die erste unerwartete Phase überlebt und in den folgenden Monaten sollten noch viele Tausende mehr sterben. Dem Leser wird in Robocalypse durch verschiedenartige Aufzeichnungen, wie Tonband, Film, Handy- und Kameraaufzeichnungen oder Niederschriften nicht nur der Verlauf der Revolution der Robos, sondern auch ihr Beginn geschildert. Der Autor Daniel Wilson hat ein ausgeklügeltes Netzwerk aus ineinander greifender Berichte konstruiert, die schrittweise den Weg zur Stunde 0, dem Kriegsbeginn, schildern. Darunter die Monate davor, als der Vorläufervirus langsam aber sicher einen Roboter nach dem anderen angesteckt hat. Und die Monate, bzw. Jahre nach Stunde 0, als die wenigen überlebenden Menschen sich zuerst einzeln, dann immer in größeren Gruppen gegen die Maschinen zur Wehr setzen.

Robocalypse ist ein Buch, das nicht aus einem einzigen Protagonisten besteht, sondern aus vielen verschiedenen Charakteren zusammengesetzt ist. Einige tauchen nur ein einziges Mal auf, da sie ein Teil dieser Revolution sind, ihr Ende allerdings nicht mehr miterleben durften. Andere sind gestorben, als sie eine Heldentat vollbracht haben, die der Menschheit wieder Hoffnung gegeben hat und wieder andere tauchen immer wieder in den Berichten auf, da sie eine essentielle Rolle im Kampf gegen die Robos spielen.

So die kleine Mathilda Perez, die unbeabsichtigt besondere Fähigkeiten an den Tag legen wird und deren Mutter – Laura Perez – (leider zu spät) das Roboterabwehrgesetz ins Leben gerufen hatte. Oder Cormac Wallace, der Ich-Erzähler sowie sein älterer Bruder Jack, erfahrender Soldat, oder auch der Japaner Mr. Umura, dessen Erotikpuppe ihn beinahe getötet hätte, der aber als einer der Ersten herausfand, wie man das System der Robos wieder umkehren kann und sie von dem Archos-Virus befreit. Sein erster treuer mechanischer Diener wurde ein Haushaltsroboter namens Jubinkun. Mit seiner und der Hilfe vieler weiterer Maschinen schuf er in Tokyo eine Sicherheitszone für Menschen. Überall sammeln sich Widerstandsgruppen, die nicht nur aus Menschen bestehen, sondern auch aus Robotern, einige darunter, die sich bewusst dazu entschlossen haben nicht auf Archos‘ Seite zu kämpfen …

Aber nicht zuletzt diese tolle Idee der einzelnen zusammengesetzten Berichte und der Rekapitulierung dieses Krieges und dem Ende der Welt, wie wir sie kennen macht das Buch zu etwas Besonderem, sondern auch die Stimme von Rolf Berg, der das Hörbuch liest. Er schafft es bravourös jeder einzelnen Figur einen Charakter zu verleihen, eine Stimme zu geben und das, egal ob es sich bei diesen um Mensch oder Maschine handelt.

Dieses Hörbuch brilliert aber auch noch durch seine technische Umsetzung, denn die musikalische Untermalung, die nicht nur zur Verstärkung der einzelnen Situationen dient, sondern auch zwischen den Kapitel eine Spannung erzeugt, die auch ohne Worte Herzklopfen verursacht und zwar so sehr, dass man beinahe nicht den Pausenknopf drücken möchte.

Fazit:

Robocalypse gehört definitiv zu den spannendsten Hörbüchern, die ich je angehört habe. Das liegt nicht nur an der grandiosen Stimme von Rolf Berg, der diese auf wundersame Weise den vielen verschiedenen Charakteren anpassen konnte, sondern auch an der musikalischen Untermalung, die zwischen den einzelnen Kapiteln und Abschnitten für ansteigendes Herzklopfen gesorgt hat. Daniel H. Wilsons Dystopie ist aus Berichten und Aufzeichnungen über Telefon und Handy sowie Kameras zusammengesetzt, welche detailliert beschreiben, wie es zur Stunde 0 (dem Beginn des neuen Krieges) kam und wie sich die Menschheit schrittweise über Monate hinweg nach Stunde 0 gegen die Robos zur Wehr gesetzt haben.

Bewertung: [5/5]

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