[Rezension] Wilson, Leah (Hg.): The Girl who was on Fire

Details:

Deutscher Titel: noch nicht erschienen
Herausgeberin: Leah Wilson
Genre: Anthologie
Reihe: –
Gattung: Aufsatzsammlung
Verlag: BenBella ( 2011 )
Seiten: 210

Inhalt:

The Girl who was on Fire ist eine Anthologie von Young Adult Autoren und Autorinnen, die ebenso wie viele Leser von Suzanne Collins dystopischer Trilogie The Hunger Games begeistert waren. Auf 210 Seiten hat Leah Wilson, die Herausgeberin der Anthologie, dreizehn Aufsätze versammelt, die sich mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten beschäftigen und dabei Bezüge zu unserer heutigen Gesellschaft herstellen.

Meinung:

In der Buchwelt haben die Hunger Games wohl ein Begeisterungsfeuer ausgelöst, das nicht jede Trilogie so einfach schafft. Obwohl ich anfangs eher skeptisch war und mir dachte, wenn diese Bücher wirklich beinahe jedem Leser gefallen, dann kann das Nichts für mich sein. Dennoch bin ich froh den Schritt gewagt zu haben, sie zu lesen – nein, man müsste wohl eher sagen – sie zu verschlingen.

Mit Katniss Everdeen bin ich durch Dick und Dünn, habe mit ihr gelitten, mit ihr gehadert, aber auch mit ihr gestritten. Sie ist eine so vielschichtige Figur, die eigene Charakterzüge trägt, die nicht immer mit der Lesererwartung kongruent sind, sondern auch diese Erwartungen brechen und somit die gesamte Handlung in andere Bahnen lenkt. Es war eine gefühlsmäßige Berg- und Talfahrt, die ich während der Lektüre der drei Bände erlitten habe und ein um’s andere Mal sind auch Tränen geflossen, was für mich bei Büchern doch etwas Besonderes ist, denn selten rührt mich ein Buch so sehr, dass ich zur Taschentuchbox greifen muss.

Aber was macht die Hunger Games so besonders? Welchen Reiz versprühen sie? Ist es die Idee? Wohl eher weniger, denn solche Todesspiele wurden schon häufiger in den Medien verarbeitet. Diese Frage stellt sich Sarah Rees Brennan, verbunden mit möglichen Antworten. Wer ist Katniss Everdeen wirklich? Was für ein Mädchen, welchen Charakter muss dieses haben, um die Hunger Games überleben zu können und gleichzeitig das System in sich zusammenfallen zu lassen? Die Autorin Jennifer Lynn Barnes hat ein neues Team gegründet: Team Katniss.

Was haben V wie Vendetta und die Hunger Games gemeinsam? Oder welche Bezüge lassen sich zwischen Buffy, der Vampirjägerin und Katniss herstellen? Ist es möglich, dass unsere Gesellschaft der von Panem gar nicht so unähnlich ist, sondern unsere heutigen Reality-Shows (vor allem im us-amerikanischen Fernsehen) schon nahe an die Arena des Capitols heranreichen? Diese und andere Fragen werden in den Aufsätzen aufgeworfen.

Teilweise waren diese wirklich lesenswert und interessant. Es ist toll zu entdecken, dass auch Young Adult AutorInnen manchmal die gleichen Gedankengänge haben, wie man selbst als Leser. Andere warne wiederum völlig uninteressant, oder sogar – meiner Meinung nach – vollkommen überflüssig. Aber das gute an einer Anthologie ist eben auch, dass man solche Stellen einfach überspringen kann und mit dem nächsten Aufsatz beginnen kann, der diese eine Trilogie wieder in vollkommen anderem Licht präsentieren kann.

Fazit:

Dreizehn verschiedene Autoren, dreizehn verschiedene Texte und deshalb beinahe dreizehn verschiedene Meinungen, von denen ich versucht habe Einige wiederzugeben. The Girl who was on Fire ist definitiv für alle Hunger Games Fans geeignet, die sich um die Reihe schon selbst ihre Gedanken gemacht haben. Die Anthologie mag einige davon unterstützen und sogar erweitern, teilweise neue – und auch interessante – Perspektiven aufwerfen, manchmal aber auch einfach nur abstrus und völlig abwegig sein. Insgesamt ein nettes Buch für Zwischendurch, aber auch nicht unbedingt ein Lese-Muss. Eben ein Fan-Buch schlechthin!

Bewertung: [3 ½/5]

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