[Rezension] Yoshimoto, Banana: Mein Körper weiß alles

Mein Körper weiß alles von Banana YoshimotoBuchdetails:

Originaltitel: Karada Wa Zenbu Shitteiru
Autorin: Banana Yoshimoto
Genre: Romane und Erzählungen, japanische Literatur
Reihe: –
Gattung: Kurzgeschichten
Verlag: Diogenes ( 2010 )
Seiten: 204

Klappentext von „Mein Körper weiß alles“:

Der rote Faden dieser poetischen Geschichten, die alle mit seelischen Umbrüchen und Grenzsituationen zu tun haben: Manche Gewissheiten kann nur der Körper vermitteln, und er tut es heilsam und hellsichtig.

Inhalt:

Der Band Mein Körper weiß alles von Banana Yoshimoto beinhaltet dreizehn Kurzgeschichten, welche sich mit dem Leben befassen. Allerdings nicht mit dem Gewöhnlichen: Die japanische Autorin zeichnet Scheitelsituationen, die Menschen an ihre Grenzen bringen, sie an die Vergangenheit erinnern und unumgängliche Entscheidungen zur Folge haben.

Meinung:

Banana Yoshimoto gehört wohl zu den bekanntesten japanischen Schriftstellern und ich persönlich zähle sie zu meinen Lieblingsautorinnen. Die Bücher, die sie schreibt, tragen unverkennbar ihr Zeichen und lassen sich, meines Erachtens, nicht wirklich mit anderen Autoren vergleichen. Auch in diesem Buch sticht ihr Schreibstil wieder heraus und fasziniert den Leser auf besondere Art und Weise.

Manche ihrer Kurzgeschichten sind direkt aus dem alltäglichen Leben gegriffen, andere hingegen erscheinen kurios und extravagant und haben nicht einmal im Entferntesten etwas mit dem Leben der Leser zu tun. Banana Yoshimoto besticht durch ihre Vielseitigkeit. Obwohl die Geschichten nur sehr kurz sind, meint man dennoch Protagonisten vor sich zu haben, die scharf gezeichnet sind, Tiefe besitzen und direkt aus dem Leben zu stammen erscheinen.

In ihrem Buch beschreibt die Autorin verschiedene Themengebiete, darunter Leben und Tod, Trennung, Veränderung und Traurigkeit. Sie verbindet diese mit beinahe belanglosen Dingen, die aber im Verlauf der Geschichten weit mehr aussagen, als man als Leser anfangs vermuten kann. Die Intension der Autorin erscheint auf dem ersten Blick nicht immer klar, sodass man sich über manche Geschichten auch noch danach viele Gedanken machen muss.

Die Oberflächlichkeit, welche die eine oder andere Geschichte mit sich bringt, transformiert Banana Yoshimoto gekonnt in eine Erzählung mit Tiefgang und Nachhaltigkeit. Manche Geschichten kann man durch eine metaphorische Hülle betrachten, andere wiederum scheinen das Leben ohne Umschweife zu reflektieren. Die Direktheit der Autorin konfrontiert den Leser, stößt ihn vielleicht im ersten Moment auch vor den Kopf, spricht aber für das Leben, wie es ist.

Fazit zu „Mein Körper weiß alles:

Banana Yoshimoto überzeugt auch in diesem Kurzgeschichtenband wieder von ihrem einzigartigen Können. Mit viel Tiefe, Direktheit und ihrem besonderen Schreibstil bringt sie den Leser auf wenigen Seiten dazu sich in die Protagonisten jeder einzelnen Geschichte zu versetzen, die manchmal eine Art Spiegelbild sein können oder aber das genaue Gegenteil – nämlich völlig Fremde, die ein unbekanntes Leben führen. Banana Yoshimotos Geschichten sind kurios und seltsam, aber auch alltäglich und aus dem Leben gegriffen – Erzählungen, die berühren und manchmal nicht leicht zu deuten sind.

Daher gibt es von mir 4 ½ von 5 möglichen Sternen.

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Vielen Dank an den Diogenes Verlag für das Rezensionsexemplar!

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