Rezension | Sarte, Jean-Paul: Eine respektvolle Dirne

Details:

Originaltitel: La putain respectueuse
Genre: Philosophie & Nachdenkliches
Reihe: –
Gattung: Theaterstück
Verlag: Rowohlt ( 1990 )
Seiten: 50

Wie ich zu dem Buch gekommen bin: Beim Uni-Bücher-Flohmarkt entdeckt und gekauft. ^^

Klappentext: Ein betrunkener weißer Südstaatler hat in der Eisenbahn einen Schwarzen ermordet. Ein zweiter Schwarzer ist entkommen. Vor Gericht will der Täter behaupten, die beiden hätten eine Prostituierte vergewaltigt. Eine entsprechende Aussage der Dirne würde ihn retten und den Schwarzen auf den elektrischen Stuhl bringen. Wird sich die Prostituierte dazu erpressen lassen?

Inhalt und Aufbau: Dieses Theaterstück Sartres handelt von Rassismus, von Erpressung und von Macht. Amerika zu Zeiten, in denen Schwarze noch als Neger bezeichnet wurden. Lizzie, eine Prostituierte soll angeblich von Schwarzen vergewaltigt worden sein, weshalb ein weißer Mann einen der beiden erschießt. Gelogen. In Wahrheit war er – samt seiner Freunde – betrunken und hat auf die Schwarzen geschimpft, wobei die Situation eskaliert ist. Nun wird Lizzie erpresst ein Stück Papier zu unterschreiben, dass aussagt, dass sie wirklich vergewaltigt worden ist. Erst unter Druck, dann mit lieblichen Worten des Senators (der Onkel des Mörders) – denn der Mörder ist ein Weißer gehobener Klasse – von der amerikanischen Nation lullen Lizzie ein und sie unterschreibt. Aber kann sie es mit ihrem Gewissen vereinbaren, dass sie die Wahrheit im Dunkeln bleibt?

Meine Meinung:

Ein kurzer Genuss über Wahrheit, Nationalstolz, Machtausübung und Unterdrückung, Rassismus, Ungerechtigkeit und Gerechtigkeit, vom Leben und vom Tod. Ein Werk zum Nachdenken. Es bietet keine endgültige Lösung und kein moralischen Abschluss, an den sich der Leser halten soll, sondern lässt es dem Rezipienten frei sich selbst zu entscheiden. Daher 5 von 5 möglichen Sternen.

3 Kommentare

  1. Falls du es noch nicht gelesen haben solltest, empfehle ich dir von Sartre „Tote ohne Begräbnis“ (–> Link zu Amazon, Link zu meiner Rezension) zu lesen. Es war mein erstes Werk von Sartre – Er war mir zwar als Philososoph (Stichwort: Existenzialismus) bekannt bzw. als Lebensgefährte von Simone de Beauvoir, aber nicht als Schriftsteller.

    „Die respektvolle Dirne“ kenne ich selbst noch nicht- Ich danke für die Empfehlung.

    Hast du zufällig einmal Der Teufel und der liebe Gott: Drei Akte und elf Bilder gelesen?

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