Rezension | Tsukiyama, Gail: Die Straße der tausend Blüten

Die Straße der tausend Blüten von Gail TsukiyamaBuchdetails:

Originaltitel: The Street of a Thousand Blossoms
Autorin: Gail Tsukiyama
Genre: Romane & Erzählungen
Reihe: –
Gattung: Roman
Verlag: Droemer ( 2008 )
Seiten: 609

Wie ich zu dem Buch gekommen bin: Über Amazon bin ich auf dieses Buch aufmerksam geworden, als ich es dann neulich im Thalia liegen gesehen habe, hat meine Mutti es mir geschenkt. *freu*

Klappentext: »Vergesst nur eines nicht: An jedem Tag in eurem Leben müsst ihr euch sicher sein, wofür ihr kämpf.«

Diesen Rat gibt der alte Yoshio seinen beiden Enkeln Hiroshi und Kenji, die ihre Eltern verloren haben und deshalb bei ihren Großeltern aufwachsen. Noch träumen die beiden Jungen von einer Zukunft, die fest in den Traditionen des alten Japan verankert ist. Doch wir schreiben das Jahr 1939, und im Land bricht eine neue Zeit an, in der es keinen Platz mehr für die alten Werte zu geben scheint.

Inhalt und Aufbau: Gail Tsukiyama beschreibt in ihrem Buch Die Straße der tausend Blüten das Leben einer japanischen Familie, welche Hunger leiden muss während des zweiten Weltkrieges, die mit ansehen muss wie Freunde, Verwandte und unbekannte Menschen Opfer dieses grausamen Krieges werden. Die beiden Jungen Hiroshi und Kenji wachsen bei ihren Großeltern auf, nachdem ihre Eltern bei einem Bootsunglück ums Leben gekommen sind, bei dem Hiroshi als Einziger überlebte. Während ihr ojichan, ihr Großvater, langsam erblindet und sich mit seinem Schicksal – in Dunkelheit zu leben – abfindet, wird ihre obachan, ihre Großmutter, zur Kämpferin. Auf dem Schwarzmarkt versucht sie alles Essbare aufzutreiben, damit ihre Enkel nicht hungern müssen, was aber unvermeidlich ist. Nachdem Japan endlich kapituliert hat, wird es von amerikanischen Truppen besetzt. Allmählich geht das Leben in der Nähe von Tokyo weiter. Die Spuren des Krieges werden langsam ausradiert und auch die Natur und die Tiere kehren zurück. Kleine Dinge, wie ein grüner Spross, der sich aus der mit Asche bedeckten Erde gräbt, geben den Menschen Hoffnung zurück. Die beiden Brüder, so unterschiedlich wie sie sind, versuchen ihr Leben und ihre japanische Tradition weiterzuleben, aber vieles hat sich verändert.

Hiroshi bekommt eine zweite Chance und wird als rikishi in den Sumo-Stall von Oyakata-sama aufgenommen, dessen tote Frau Hiroshi nach einem Feuersturm gefunden hatte und den Hiroshinoch aus Tagen vor dem Krieg kannte, als er noch ein Junge war. Dort steigt er immer weiter auf. Sein Können und sein Talent als Sumoringer verhelfen ihm zu Ruhm, aber dennoch verliert er nicht aus den Augen, dass man auch mit Macht und Ehre die Menschen achten sollte.

Kenji hingegen kann nicht seinen Traum weiterverfolgen und Masken für das No-Theater schnitzen, sondern geht auf die Tokioter Universität und studiert Architektur. Er möchte seine Großeltern stolz machen, lernt fleißig und schafft es zu einem bravourösen Abschluss, dennoch hängt er in seinen Träumen immer noch seiner Sehnsucht, den wunderschönen No-Masken hinterher.

Sein ehemaliger Lehrmeister Yoshiwara floh im Krieg in die Berge. Er war gegen die Führung Japans und den fürchterlichen Krieg, woraufhin er gezwungen war Hals über Kopf Tokios Außenviertel zu verlassen, ohne Kenji Bescheid zu geben. Er zieht in ein kleines unbekanntes Dorf und lernt doch Emiko und ihre Tochter Kiyo kennen, mit denen er sich anfreundet und die er lieb gewinnt. Auch nach dem Krieg bleibt er weiterhin in dem unbescholtenen Dorf und lebt sein Leben, immer mit der Vergangenheit einer der berühmtesten Maskenschnitzer Japans zu sein, wird er eines Tages nach Tokio zurückkehren?

Meine Meinung zu „Die Straße der tausend Blüten“

Gail Tsukiyama hat mit ihrem Werk Die Straße der tausend Blüten ein Buch über das Leben geschaffen. Es erzählt von einer japanischen Familie und deren Freunden, von ihrem Schicksal, ihrem Leid und ihrem Glück. Alles beginnt vor dem 2. Weltkrieg und endet Jahre danach. Aus jedem Wort liest man ein Lebensgefühl, das Mut verspricht, das aber nicht unbedingt mit unserem westlichen Gefühl zu leben übereinstimmt. Gail Tsukiyamas Worte zeugen von einem anderen – vielleicht sogar magischen – Leben in Japan. Die beiden Protagonisten, die im Zentrum ihrer Geschichte stehen, Hiroshi und Kenji, leben zwischen einem traditionellen japanischen Leben – Maskenschnitzen für das No-Theater – und den Folgen des 2. Weltkrieges – Tod, Hunger und westliche Moderne. Die Figuren sind nicht perfekte Menschen, sondern haben ihre Stärken und Schwächen, sie kämpfen mit den Aufgaben und Problemen, die ihnen das Leben auferlegt und scheitern auch daran. Die Straße der tausend Blüten ist ein Buch, das man genießen muss und nicht schnell lesen sollte, sondern Stück für Stück die Leben der Protagonisten nachleben und –fühlen. Daher 5 von 5 möglichen Sternen.

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