Rezension | Westerfeld, Scott: Uglies

Details:

Originaltitel: Uglies
Genre: Dystopie
Reihe: The Uglies
Band innerhalb der Reihe: 1
Gattung: Roman
Verlag: Simon Pulse ( 2005 )
Seiten: 425

Der Autor: Scott Westerfeld schreibt nicht nur Jugenbücher, sondern auch Romane für Erwachsene, darunter The Risen Empire und The Killing of Worlds. Seine erste Trilogie für Jugendliche sind die Midnighters-Bücher. Er wurde am 5. Mai 1963 in Texas geboren und arbeitet nicht nur als Schriftsteller, sondern auch als Software-Designer und Komponist von Tanzmusik. Heute lebt er abwechselnd in New York und Sydney (Australien). Seine offizielle Homepage: http://www.scottwesterfeld.com/

Klappentext: Tally is about to turn sixteen, and she can’t wait. Not for her license – for turning pretty. In Tally’s world, your sixteenth birthday brings an operation that turns you form a repellent ugly into a stunningly attractive pretty and catapults you into a high-tech paradies where your only job is to have a really great time. In just a few weeks Tally will be there.

But Tally’s new friend Shay isn’t sure she wants to be pretty. She’d rather risk life on the outside. When Shay runs away, Tally learns about a whole new side of the pretty world – and it isn’t very pretty. The authorities offer Tally the worst choice she can imagine: find her friend and turn her in, or never turn pretty at all. The choice Tally makes changes her world forever.

Inhalt und Aufbau: Tally steht kurz vor ihrem sechzehnten Geburtstag. Dem Tag, an dem sie sich einer Operation unterzieht und von einer Ugly zu einer New Pretty wird und fortan dann in einem anderen Stadtteil, nämlich New Pretty Town, leben darf.

Ihre Stadt besteht aus mehreren Teilen, welche die jeweiligen Bewohner entweder gar nicht, oder nur unter bestimmten Umständen verlassen dürfen. Tally lebt, seit sie zwölf Jahre alt geworden ist (bis dahin ist man ein Littlie und lebt bei seinen Eltern in Crumblyville), in Uglyville und wartet sehnsüchtig darauf, dass sie endlich zu einer New Pretty wird. Tally lebt in der Zukunft; dort werden die Menschen separiert in Ugly, Pretty und Crumbly sowie in new, middle und late.

Die Sehnsucht endlich keine Ugly mehr sein zu müssen hat sich verstärkt, seit ihr bester Freund Peris seinen sechzehnten Geburtstag hatte und nach New Pretty Town übergesiedelt ist. Seitdem hat er sich nur ein einziges Mal gemeldet und Tally befürchtet, dass sie keine besten Freunde mehr sind. Doch einer Ugly ist es verboten nach Pretty Town zu gehen, zumal sie dort alle angewidert anschauen würden.

Dennoch gibt es Wege und Mittel, nämlich durch Tricks, heimlich bei Nacht die Grenzen zu überschreiten. Doch die Trennung der beiden Freunde soll nicht für immer sein, denn schon in ein paar Monaten wird Tally ebenfalls den Schritt in eine neue Welt machen, in der die einzige Aufgabe ist Spaß zu haben.

Während Tally sehnsüchtig auf diesen Tag wartet, lernt sie Shay kenne, eine Ugly wie sie – die zufällig am selben Tag wie Tally Geburtstag hat. Gemeinsam schlagen sie die Zeit tot, doch Shay ist anders: Sie ist sich nicht sicher, ob sie wirklich eine New Pretty werden will und zeigt Tally eine Welt außerhalb der Stadt, wo die Ruinen der Vergangenheit liegen, als alle Menschen noch Uglies waren.

Als Shay beschließt aus dem System auszubrechen und als sie aus der Stadt flieht, wird Tally vor die Wahl gestellt: Entweder sie bringt Shay zurück oder sie wird niemals eine New Pretty werden. Wird Tally ihre Freundin verraten oder einen anderen Weg einschlagen und was wird sie dabei entdecken?

Meine Meinung:

Scott Westerfeld erschafft in Uglies eine beeindruckende und zugleich erschreckende Zukunftsvision. Hoch technologisiert streben die Menschen nach Schönheit und Spaß. Es gibt keine Kriminalität, keine Kriege und keinen Hass mehr. Das alles erreichen die Menschen der Zukunft mit sechzehn Jahren, wenn sie endlich die langersehnte Operation – welcher ihr komplettes Aussehen einer Norm anpasst – erhalten. Fasziniert lernt der Leser diese Welt kennen, in die Tally vollständig integriert ist und erlebt mit, wie sie langsam durch ihre Freundin Shay aufgeweckt. Diese öffnet ihr die Augen und zeigt ihr, dass man nicht alles glauben soll, was in der Schule und über die Rusties (sozusagen wir Menschen der Gegenwart) geschrieben steht. Sie ist der Grund, weshalb Tally gezwungen ist, die Welt außerhalb der Stadt kennenzulernen.

Tally steht zwischen zwei Welten: Einerseits lebt sie in der modernen, aber überwachten Pretty-Welt, andererseits sieht sie, wie die „Flüchtlinge“ sich in der Wildnis nach alten Traditionen der Rusties durchschlagen. Beide Seiten scheinen mit ihrem Leben glücklich zu sein. Als Tally Zeitschriften aus der damaligen Zeit sieht, erkennt sie, warum es überhaupt Uglyville, Pretty Town und den Rest gibt. Menschen strebten damals – also heute – nach Schönheitsidealen und haben sich dabei oftmals auch selbst umgebracht (Magersucht, Bulimie, etc.). Es war eine autodestruktive Welt, in der sich der Mensch beinahe selbst ausgelöscht hätte: Gewalt, Hass und Kriege. Deshalb existiert nun eine Welt, in der jeder schön sein wird, keiner benachteiligt, alle einem einzigen Ideal hinterherlaufen und es auch bekommen. Niemand läuft mehr abgemagert herum oder leidet an Fettsucht, keiner empfindet Hass oder Neid auf andere.

Für Tally ist die Vorstellung schrecklich, in einer Welt, wie die Rusties sie erlebt haben, leben zu müssen. Dieser Gedankengang, so schrecklich die Welt, in der Tally lebt auch sein muss – mit ihren strikten Anordnungen, der Überwachung, der Bevormundung – ist nachvollziehbar. Heutzutage machen sich Menschen durch psychische Probleme, durch Schönheitswahn und was es sonst noch alles gibt, selbst krank – eine utopische Welt, in der das alles nicht mehr wichtig ist (da jeder es besitzt), hat etwas für sich, auch wenn dabei die Individualität jedes Menschen ein Stück verloren geht. Es ist interessant und zugleich spannend, sich eine Welt auszumalen, in der es keine Konflikte und Differenzen mehr gibt, die den Menschen aber auch eine Chance auf freien Willen nimmt. Daher 5 von 5 möglichen Sternen.

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